Samstag, 15. Dezember 2001

Ressel verzichtet zu Gunsten von Voves

Der Vorstand der Merkur-Versicherung und ehemalige Eishockey-Nationalspieler Franz Voves (48) wird dem steirischen SP-Parteichef Peter Schachner-Blazizek nachfolgen. Dies wurde am Samstag nach turbulenter Sitzung vom Parteivorstand nahezu einstimmig beschlossen. Die Kandidaten Hans-Joachim Ressel und Kurt Gennaro verzichteten auf ein Antreten.

Ressel erklärte, die Argumente und die Stimmung beim Vorstand zu Gunsten von Voves hätten ihn überzeugt, nicht mehr antreten zu wollen. Schachner bezeichnete Voves als "Zukunft der steirischen Sozialdemokratie".

Voves erklärte in einer ersten Stellungnahme, das letzte Mal sei er vor 23 Jahre bei der Geburt seiner Tochter so bewegt gewesen. Er dankte Schachner "für das Vertrauen" und Ressel für dessen Haltung: "Das war ein menschlich großartig geführter Prozess." Voves meinte, er werde nun jede Stunde nützen, um sich den Menschen in den Bezirken vorzustellen.

Die VP mit LH Waltraud Klasnic plane er mit deren eigenen Waffen gegenüberzutreten: "Genau zuhören, auch den Wählern anderer Parteien." Es geht darum den Mensch nach alter sozialdemokratischer Tradition "von der Wiege bis zur Bahre" zu begleiten, in den Mittelpunkt zu stellen.

Seine nunmehriges alleiniges Antreten beim Parteitag im März als Kandidat des Vorstandes (50 von 51 Stimmen) führte er darauf zurück, dass man gesehen habe, "der Bursche meint's ehrlich." Bis 2005 werde er mit einem erneuerten Team zur Landtagswahl antreten. Man sollte Realist sein, so Voves, was den Abstand zur VP betreffe. Aber es sei Ziel, die "Absolute inder Regierung zu brechen".

Voves verwies dabei auf seine Eishockeykarriere: 1967, als er anfing zu spielen, habe sein Klub ATSE noch mit 21:0 verloren. "Fünf Jahre später habe man schon unentschieden gespielt, drei Jahre später war man Meister," so der oftmalige Internationale.

15.12.2001 15:41