SPEZIAL: Alle Infos zur Wahl des ORF-Generals

·Frauen-Bonus
Lindner setzte auf sparen & Österreich
·Gerhard Weis
Enttäuscht über seine Nachfolgerin
Ihre Wahl wäre in mehrerlei Hinsicht eine Sensation. Unter anderem deshalb, weil Monika Lindner die erste Frau wäre, die es an die ORF-Spitze schafft! Derzeit deuten die Zeichen auf ein Generalintendanten-Duell zwischen Niederösterreich-Landesintendantin Lindner (57) und dem amtierenden General Gerhard Weis (63) hin. Morgen wird´s ernst.
Nachdem sich ÖVP und FPÖ auf Lindner als gemeinsame Kandidation geeinigt haben sollen, gilt die ORF-Landesintendantin von Niederösterreich als Favoritin.
Lindner gehört keiner Partei an, wird aber als ÖVP-nahe gehandelt. Sie hat unter ihrem "Mentor" Gerhard Weis im ORF Karriere gemacht und gilt als kompetente Programmmacherin. Die FPÖ hatte nach verschiedenen Medienberichten eine Unterstützung Lindners ursprünglich zwar ausgeschlossen, auf Grund des Teams von Lindner soll es nun aber doch die Stimmen der FPÖ-nahen Stiftungsräte geben.
Dem Vernehmen nach soll Walter Seledec, derzeit Chef vom Dienst der "Zeit im Bild" um 13.00 Uhr und zuletzt auf Grund seiner Nähe zu Freiheitlichen und Bundesheer in medialer Diskussionen, neuer Informationsdirektor werden. Seledec besuchte übrigens am Mittwochabend erstmals den Journalisten-Weihnachtsempfang der FPÖ. Als Generalsekretär in Lindners Team sei wiederum der Kärntner Landesintendant Gerhard Draxler vorgesehen.
Die Direktorenposten müssen freilich erst ausgeschrieben werden. Lindner selbst war in den vergangenen Tagen nicht für Journalistenfragen erreichbar. Als sie vor drei Jahren ihre Antrittspressekonferenz gab, meinte die stets pointiert formulierende Landesintendantin zu Spekulationen über ihr damaliges Team: "Sicher ist noch nichts. Es sind schon Hausherren gestorben."
Auch die Chancen des amtierenden Generals sind noch intakt
Nach Meinung von Kennern der Wahlmaschinerie am Küniglberg hat auch der amtierenden Generaldirektors Gerhard Weis alle Chancen. Jetzt werde es darauf ankommen, ob die "Freundeskreise" im Stiftungsrat halten, so ein Kommentar. Insgesamt 23 Stiftungsräte gelten als den Regierungsparteien nahe stehend. Für die einfache Mehrheit sind 18 Stimmen erforderlich. Weis kann mit den Stimmen der neun SPÖ-nahen Räte rechnen. Dazu könnten die Unabhängigen sowie einige Bürgerliche aus den Bundesländern kommen, heißt es.
Sollte in den ersten Wahlgängen eine Pattsituation entstehen, dann könnten freilich auch wieder die Chancen anderer Kandidaten steigen. Insgesamt wurden für das Hearing morgen, Freitag, 16 Kandidaten nominiert. Die Sitzung des ORF-Stiftungsrates beginnt am Freitag um 9.00 Uhr. Für den Beginn der Hearings, deren Dauer man auf fünf bis sechs Stunden schätzt, wird allerdings noch eine Debatte über die Geschäftsordnung beziehungsweise den Wahlmodus erwartet. Die eigentliche Wahl des neuen Generaldirektors dürfte damit frühestens am späteren Nachmittag beginnen.
Die Kandidaten
Insgesamt 16 Kandidaten für das Hearing im Vorfeld der Wahl des ORF-Generaldirektors am 21. Dezember sind am Freitag von den ORF-Stiftungsräten nominiert worden.
Zu den Nominierten gehören:
o Monika Lindner, ORF-Landesintendantin NÖ,
o Wolfgang Lorenz, Leiter der ORF-Hauptabteilung Planung und Koordination,
o Alfred Payrleitner, früherer ORF-Wissenschaftschef,
o Kurt Rammerstorfer, Landesintendant Oberösterreich,
o Wolfgang Vyslozil, APA-Geschäftsführer,
o Michael W. Wölfle, Ex-Pro7-Vorstand und nun Aufsichtsratsvorsitzender von pressetext.austria, sowie
o Günther Ziesel (ORF-"Pressestunde").
o Gerhard Weis, der amtierende Generalintendant
o Karl Stipsicz, Programmdirektor beim ungarischen Sender TV2,
o Max Schautzer, deutscher TV Moderator,
o Thomas Christian Pfeiffer,
o Karlpeter Elis,
o Wolfgang Frey,
o Peter Schneider,
o Wilfried Seifert und
o Josef Wessely.
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