Ermittlungen auch gg. Chef des Fußballklubs Fiorentina
Im Rahmen einer ausgedehnten Anti-Mafia-Untersuchung der Staatsanwälte der sizilianischen Stadt Catania sind am Dienstag 44 Personen festgenommen worden. Die Operation richtete sich gegen Mitglieder des Mafia-Klans Santapaola, denen unter anderen Erpressung, Überfälle, Diebstahl und Kauf von Wählerstimmen vorgeworfen wird.
Italienischen Medienberichten zufolge sollen die Mitglieder des Mafia-Klans einen "eisernen Pakt" mit einigen Kandidaten abgeschlossen haben, die an den letzen Parlaments- und Regionalwahlen teilgenommen hatten. Der Mafia-Klan soll die Wahlen beeinflusst und den Kandidaten Geld und andere Vorteile versprochen zu haben.
Im Sog der Ermittlungen ist nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA auch der Filmproduzent und Chef des italienischen Fußballklubs Fiorentina, Vittorio Cecchi Gori, geraten. Der Chef des Klubs, in dem der österreichische Torhüter Alexander Manninger spielt, wird beschuldigt, Geld an die Mafia gezahlt zu haben, um Wählerstimmen zu kassieren. Cecchi Gori hatte bei den Parlamentswahlen im April seine Kandidatur für einen Senatsposten in den Reihen der Mitte-Links-Allianz "Ulivo" eingereicht, die nach dem politischen Erfolg des Regierungschefs Silvio Berlusconi an der Opposition steht.
Cecchi Gori hatte bei den Wahlen im sizilianischen Wahlkreis zirka 20 Prozent der Stimmen erhalten und daher den Sprung ins Parlament verfehlt. Cecchi Gori hatte bereits in den vergangenen fünf Jahren als Vertreter der katholischen Volkspartei (Partito Popolare Italiano) einen Posten im Senat inne gehabt.
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