Montag, 10. Dezember 2001

Beobachtungstürme der Armee angegriffen

Bei schweren Zusammenstößen zwischen republikanischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in Nordirland am Sonntagabend 24 Polizisten und Soldaten verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, griff eine Gruppe von etwa 100 katholischen Demonstranten zunächst zwei Beobachtungstürme der britischen Armee unweit der Grenze zu Irland in der Grafschaft South Armagh an. Später stürmten sie in einer benachbarten Ortschaft auch eine Polizeiwache und zündeten dort Benzinbomben.

Ein Polizist erlitt schwere Brandverletzungen. Die Polizei setzte Plastikgeschosse ein. Vier Demonstranten wurden später festgenommen, als sie die Grafschaft mit einem Bus Richtung Belfast verlassen wollten.

Die Polizei sprach von einer gut vorbereiteten Aktion der Republikaner. Offenbar seien die Demonstranten nach dem Angriff auf den ersten Beobachtungsturm mit Bussen zum zweiten Turm und danach zu der Polizeistation gefahren worden. "Die Aktion war gut abgestimmt und sollte niemals friedlich sein", sagte ein Polizeisprecher.

Es war bereits das zweite Mal binnen eines Monats, dass eine von der Jugendorganisation der republikanischen Sin-Fein-Partei organisierte so genannte "Demilitarisierungs-Demonstration" in Gewalt eskalierte.

Die katholischen Republikaner fordern den Abriss aller Beobachtungstürme im Grenzgebiet. Die britischen Behörden haben bisher erst zwei der Türme eingerissen, nachdem sich die republikanische Terrororganisation IRA bereit erklärt hatte, einen Teil ihrer Waffen unbrauchbar zu machen.

10.12.2001 09:07