Er soll sich an Ministranten vergriffen haben

Kein Urteil, der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt: In Wr. Neustadt musste sich heute ein katholischer Priester wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Ministranten verantworten. Er soll sich über einen längeren Zeitraum hinweg an ihm anvertrauten Buben im Alter zwischen elf und 16 Jahren vergriffen haben.
Der Geistliche sei, so die zuständige Staatsanwaltschaft Ried, "weitgehend geständig".
Der Priester aus dem Innviertel - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - soll laut Anklage den Buben Geldbeträge, Süßigkeiten, Bier und Zigaretten geschenkt und wiederholt als "Gegenleistung" sexuelle Handlungen verlangt haben. Insgesamt soll es um sechs jugendliche Opfer gegangen sein. Die Anklage lautet einerseits auf "sexuellen Missbrauch von Unmündigen" und - für jene Tathandlungen, bei denen die Opfer bereits über 14 waren - auf "gleichgeschlechtliche Unzucht mit Personen unter 18 Jahren". In beiden Fällen reicht der Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft.
Der Pfarrer war im Juli des heurigen Jahres vorübergehend festgenommen worden. Er kam dann aber wieder auf freien Fuß, es wurde keine Untersuchungshaft verhängt. Der Priester muss sich aber den Ermittlungsbehörden zur Verfügung halten.
Das Bischöfliche Ordinariat hat den Pfarrer nach Auftauchen der Verdachtsmomente aus der Seelsorge abgezogen. Den mutmaßlichen Opfern und deren Familien wurde kostenlose psychologische Hilfe angeboten. Sie wurden eingeladen, sich an die von der Diözese Linz eingerichtete "Ombudsstelle für Fälle von Gewalt und Missbrauch im kirchlichen Bereich" zu wenden.
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