Längere Ladenöffnung zur Konjunkturstützung

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, tritt mit dem Hinweis auf die gegenwärtige Konjunkturlage für eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ein. Der private Konsum sei eine Stütze der Konjunktur, "wann, wenn nicht jetzt, sollten wir damit das Konsumverhalten ankurbeln?", meinte der Nationalbankchef am Sonntag.
Freiere Ladenöffnungszeiten würden ein "Signal setzen für mehr Flexibilität und eine liberale Einstellung".
"Starke Verflachung" der Wirtschaft
In Bezug auf die Konjunkturlage sagte der Nationalbankchef, er wolle nicht von einer "Rezession", sehr wohl aber von einer "Stagnation" und einer "starken Verflachung" der Wirtschaft reden. Für nächstes Jahr sehe er gegen die Jahresmitte "Licht am Horizont". Bezüglich der anhaltenden Euroschwäche gegenüber dem Dollar verzichtete Liebscher, der auch EZB-Ratsmitglied ist, auf eine Prognose der Währungsentwicklung, meinte aber allgemein, dass für die Märkte die Vorteile des Euroraums noch nicht so sehr im Vordergrund stünden. Honoriert werde von diesen aber die "enorme Flexibilität" in den USA, auch "das Vertrauen in die Erneuerungsfähigkeit der Amerikaner" sei "ungleich höher als in Europa".
Kein Preisauftrieb durch den Euro
Keine Auswirkungen, oder "wenn überhaupt, ein oder zwei Zehntelprozentpunkte pro Jahr" erwartet sich Liebscher durch die Ersetzung des Schilling durch den Euro ab 1.1. 2002. Angesichts der zusammen rund 5.000 Bankomaten und Geldausgabeautomaten in den Bankenfoyers sei am kommenden 1. Jänner keine Geldverknappung zu erwarten - dies, obwohl die Geschäftsbanken geschlossen haben werden. Ob dies kundenfreundlich sei, müssten die Banken selbst beantworten, sagte Liebscher.
Er gehe davon aus, "dass die tatsächliche Umstellung auf den Euro in den ersten drei, vier Wochen des Jänner erfolgen wird, und dass wir danach auslaufend weitere vier Wochen haben werden".

