Nächstes Jahr "möglicherweise etwas darunter"

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone wird sich in diesem und im nächsten Jahr deutlich abschwächen. Der Grund: Konjunkturschwäche in den USA und Japan. Deshalb prognostiziert Klaus Liebscher, der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) für 2001 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent.
Im kommenden Jahr könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Grund des verzögerten Aufschwungs möglicherweise etwas darunter liegen.
"Wir befinden uns also in einer Phase der Stagnation des wirtschaftlichen Wachstums, nicht aber - zumindest aus heutiger Sicht - in einer Rezession", betonte der OeNB-Gouverneur in seinem Redetext neuerlich. Für 2003 werde allgemein ein deutlicher Aufschwung erwartet, so dass sich das Wachstum wieder dem langfristigen Produktionspotenzial annähere.
Liebscher ist damit etwas pessimistischer als die EU-Kommission in ihrer Ende November veröffentlichten Herbstprognose. Darin hatte ihre Wachstumserwartung für den Euro-Raum für heuer von ursprünglich erwarteten 2,8 auf 1,6 Prozent zurückgenommen. 2002, vor allem im zweiten Halbjahr, werde sich die Wirtschaft wieder erholen, das durchschnittliche Wachstum des kommenden Jahres werde mit 1,3 Prozent niedriger ausfallen als heuer, so die Prognose der Kommission.
Die derzeit "nicht unbeträchtlich" voneinander abweichenden Prognosen für die weitere Entwicklung seien ein Zeichen der hohen Unsicherheit, sagte Liebscher. Die Wirtschaft der USA als auch im Euroraum sollten aber robust genug sein, um mittelfristig in die vielfach prognostizierte Aufschwungphase einzutreten. Die Fundamentaldaten im Eurogebiet seien auf Grund von Politiken, die auf Preisstabilität, eine Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, auf Lohnzurückhaltung und weitere Strukturreformen abziele, weiter positiv.

