Donnerstag, 6. Dezember 2001

IWF stoppt Auszahlung von Hilfskrediten

Der argentinische Wirtschaftsminister Domingo Cavallo ist zu Krisenverhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington geflogen. Er will das Weltfinanzinstitut dazu bewegen, seine Entscheidung gegen die Auszahlung weiterer Kredite an Argentinien zu überdenken.

Cavallo kritisierte Presseberichte, in denen der IWF-Beschluss, einen Stützungskredit über 1,3 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro/20,1 Mrd. S) zu stoppen, als Auslöser für eine wirtschaftliche Katastrophe bezeichnet wurde. "Die Leute müssen ruhig bleiben", sagte Cavallo vor seinem Abflug am Donnerstagabend.

Argentinien befindet sich seit drei Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise und hat Probleme, den Schuldendienst für Auslandsverbindlichkeiten von 132 Mrd. Dollar zu erfüllen. Die Regierung hat am Wochenende Kontrollen für Kontoauszahlungen bei Geldinstituten eingeführt, um nach Spekulationen über eine geplante Einfrierung der Konten einen Ansturm auf die Banken zu verhindern.

6.12.2001 09:07