Deutscher Autoerzeuger will Absatz steigern

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Nach wochenlanger Geheimniskrämerei gab der deutsche BMW-Konzern bekannt. dass er im großen Stil in den Standort Steyr in Oberösterreich investieren wird. Es geht um rund sieben Mrd. S (509 Mill. Euro). Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die Erweiterung der "Mechanischen Fertigung". Investiert wird aber auch in die Dieselmotorenentwicklung, die Motorenmontage, in den Umweltschutz und die Logistik.
Nicht zuletzt der Plan der BMW Group, das Absatzvolumen in den kommenden sechs Jahren zu steigern, macht die Investition von rund 6,88 Mrd. S (500 Mill. Euro) am Standort Steyr nötig. Das erklärte Lutz Kühne, Leiter der Sparte Motor und Fahrwerk.
Bisher sei das BMW-Motorenwerk in Steyr auf die Produktion von rund 300.000 bis 400.000 Einheiten jährlich ausgerichtet gewesen. Mit mehr als 620.000 Motoren im vergangenen Jahr - auch heuer soll in dieser Größenordnung produziert werden - laufe man deutlich über dem Limit. Deshalb sei der Ausbau erforderlich geworden.
Schwerpunkt der Investitionen ist der Ausbau der "Mechanischen Fertigung". Vom Land Oberösterreich wurde ein 90.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben, auf dem eine über 37.000 Quadratmeter große Fertigungshalle errichtet werden soll. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2002 geplant, 2005 soll die Produktion starten. Kropf richtete besonderen Dank an das Land, vor allem an Wirtschaftslandesrat Josef Fill (V), der BMW beim Kauf - vormaliger Eigentümer war Magna - tatkräftig unterstützt habe. Im Dezember werde mit den Behördenverfahren begonnen.
Es werde a priori keine zusätzlichen Arbeitsplätze durch den Ausbau geben, betonte Kropf. Man werde versuchen, Förderungen zu erhalten. Vielleicht könne das Projekt auch eine Anbindung von Steyr an die Westautobahn (A 1) beschleunigen helfen, erklärte der Geschäftsführer.
Die Erweiterung des "Vorzeigewerkes" Steyr, das Benchmark in vielen Bereichen sei, ermögliche eine Steigerung der Produkt- und Produktionsflexibilität, erklärte Kühne. Was heute im Drei-Schicht-Betrieb produziert werde, könne künftig in zwei Schichten erzeugt werden. Man rechne mit einer Kapazitätserweiterung um rund 100.000 Motoren, so Kühne.
In den ersten Monaten dieses Jahres konnte die BMW Group ihren Absatz um mehr als zehn Prozent auf über 750.000 Fahrzeuge steigern. Alleine im Oktober habe man den Absatz laut Kühne verglichen mit dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 19 Prozent erhöhen können. Das Unternehmen rechnet bis Jahresende mit einem Absatzvolumen von mehr als 900.000 Fahrzeugen, was einer Steigerung von neun Prozent entspreche.
Die östereichische BMW Motoren GmbH setzte im vergangenen Jahr mit rund 2.500 Mitarbeitern zirka 23,4 Mrd. S um. Das jährliche Einkaufsvolumen der BMW Group in Österreich inklusive Motoren beträgt 30,3 Mrd. S.

