Montag, 3. Dezember 2001

Gewerkschaft: "Wollen Arbeitsplätze verteidigen"

Ein Streik der Fluglotsen in Italien hat am Montag zu Behinderungen im Luftverkehr geführt. Mehrere Passagiere, die über die Arbeitskampfmaßnahme nicht informiert waren, reagierten mit Entrüstung und heftigen Protesten auf die Streichung zahlreicher Flüge. Auch zwei Maschinen, die von Mailand und Rom in Richtung Wien-Schwechat abheben hätten sollen, blieben am Boden. Nebel verschärfte die Situation an manchen Airports zusätzlich.

Der Streik war von 12.00 bis 16.00 Uhr angesetzt. "Wir kämpfen um die Rettung und Neubelebung des italienischen Flugverkehrs", versuchte ein Gewerkschafter den Unmut der Passagiere zu besänftigen. "Wir wollen unsere Arbeitsplätze verteidigen." Seit einigen Wochen sind Schwierigkeiten in der italienischen Luftfahrt an der Tagesordnung. Die nationale Gesellschaft Alitalia hatte unlängst die Streichung von 3.500 Arbeitsplätzen im Zuge von tiefgreifenden Umstrukturierungsmaßnahmen zur Eindämmung des Schuldenberges angekündigt.

Als besonders kritisch erwies sich am Montag die Lage auf den Mailänder Flughäfen Linate und Malpensa. Wegen dichten Nebels wurden mehrere Maschinen zur Landung auf anderen lombardischen Flughäfen umgeleitet, meldete das Staatsfernsehen RAI.

Auch Österreich war vom Streik in Italien betroffen: Die
Maschinen von Mailand und Rom nach Wien starteten nicht. Für den 10. und 14. Dezember haben die Gewerkschaften aus dem selben Grund weitere Streiks angekündigt.

3.12.2001 10:07