Montag, 3. Dezember 2001

Leichte Erholung erst 2003

Österreichs Bauwirtschaft durchlebt derzeit die steilste Talfahrt seit 15 Jahren. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren ist die Baubranche vom Konjunktureinbruch laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am stärksten betroffen.

Für heuer erwartet das Wifo einen Rückgang der realen Bauproduktion um 3 Prozent, für 2002 sei mit einem Rückgang von 2 Prozent zu rechnen. Erst im Jahr 2003 könnte sich die Baukonjunktur durch verstärkte Infrastrukturinvestitionen mit einem geringfügigen Wachstum von 1 Prozent etwas stabilisieren, so das Institut in einer Pressemitteilung vom Montag.

Ihre düsteren Prognosen für 2001 und 2002 begründen die Wirtschaftsforscher vor allem mit dem Einbruch im Wohnungsneubau, den schrumpfenden Umsätzen im Nichtwohnbau und auch den zurückhaltenden Vergaben von Infrastrukturprojekten der öffentlichen Hand.

Laut Wifo-Konjunkturtest für die Baubranche lassen die voraus eilenden Stimmungsindikatoren derzeit wenig Hoffnung auf eine baldige Wende aufkommen. Sowohl Auftragsbestände als auch künftige Geschäftslage würden negativ eingeschätzt: Im Hochbau melden die Unternehmen sehr ungünstige Aussichten, weniger pessimistisch sind die Tiefbaufirmen.

Die nominelle Bauproduktion sei Anfang 2001 - unterstützt durch das milde Winterwetter - noch recht günstig gewesen, im Frühjahr habe aber eine rasante Talfahrt eingesetzt. Im zweiten Quartal 2001 sei es dann zu einem markanten Rückgang von 5,7 Prozent gekommen, der sich im zweiten Halbjahr fortgesetzt habe. Eine so steile Talfahrt habe die heimische Bauwirtschaft seit 15 Jahren nicht mehr gehabt, so das Wifo.

3.12.2001 09:56