Super-Wochenende für "Steff"

Stephan Eberharter kann sich nach seinem famosen Wochenende in Val d'Isere über eine klare Weltcupführung freuen, die er auch zu den Abfahrten am kommenden Wochenende in Gröden mitnehmen wird. 115 Punkte Vorsprung reichten trotz des Nachtslaloms am Montag in Madonna, um zu Hause im Zillertal zwei ruhigere Tage zum Auftanken einzuschieben.
"Da werde ich auf meiner Homepage (http://www.steff.at) Val d'Isere in meinen Worten schildern, das wird interessant", so Eberharter.
Neuer Gegner um Gesamt-Weltcup
115 Punkte Vorsprung hat er allerdings nicht auf einen der beiden Norweger Lasse Kjus oder Kjetil-Andre Aamodt sondern etwas überraschend auf Bode Miller. Der 24-jährige US-Amerikaner hat sich am Sonntag im Riesentorlauf nicht nur seinen ersten Weltcup-Sieg gesichert, sondern vorerst auch als erster Verfolger Eberharters im Weltcup etabliert. "Und das war erst der Anfang", tönte Miller, der vor kurzem in Aspen als Zweiter hinter Mario Matt den ersten Sieg im Slalom nur knapp verpasst hat.
Eine Kampfansage des Draufgängers aus Franconia, New Hampshire, die durchaus ernst zu nehmen ist. "Bode hat den derzeit schnellsten Schwung, egal ob im Slalom oder Riesenslalom", lobte der Österreicher Kurt Danksagmüller von Millers Ski-Ausrüster Fischer.
Der Oberösterreicher braucht gute Nerven mit seinem Schützling, weil der mit seiner draufgängerischen Art nicht nur serienweise Ski beim Testen zerstört, sondern auch im Rennen stets alles riskiert. Und sich selbst so charakterisiert: "Wenn ich gut fahre, fließe ich wie Wasser. Dann komme ich daher, als ob ich keine Knochen im Körper hätte."
Auch wenn es noch viel zu früh ist, Miller hat keine Berührungsängste mit dem Thema Gesamt-Weltcup. "Ich fahre zwar alle Disziplinen, aber wenn ich ihn gewinne, dann nur wegen meiner Leistungen im Slalom und Riesentorlauf. Ich gebe immer 100 Prozent, aber auf den Abfahrts-Ski habe ich noch nicht viele Meilen, deshalb schaue ich dort noch zu sehr, einfach runter zu kommen", weiß Miller, der neben seinem Markenkollegen Michael von Grünigen vor allem Hermann Maier bewundert. "Ich habe kein bestimmtes Vorbild. Aber sein Siegeswille ist unheimlich."
Miller locker und frech, Eberharter entspannt
Der Zillertaler, der 1991 in Saalbach Doppelweltmeister war und 1996 nicht einmal mehr die interne Qualifikation geschafft hatte, steht heute am Zenit seiner zweiten Karriere, die er 1996/97 mit dem Comeback über den Europacup eingeläutet hat. "Nicht dass es wirklich einen zweiten Eberharter gäbe. Aber du gewinnst mit der Zeit einfach an Erfahrung und siehst zudem manches etwas lockerer", relativierte der 32-Jährige seine frühe Topform. Die Absenz von Hermann Maier, ohne dessen überfallsartiges Auftauchen Eberharter wohl seit Jahren die Nummer eins im Skisport wäre, ist für ihn selbst kein großes Gesprächsthema. "Ich übernehme deshalb jetzt auch nicht die Führungsrolle im Team, dazu bin ich einfach schon zu alt", legte er sich fest.
Und quittierte in Val d'Isere grinsend die Journalisten-Frage, wie lange er denn überhaupt noch fahren wolle. "Es hat doch gerade alles erst begonnen und ihr redet schon wieder vom Ende", lachte er kurz, machte dann aber klar: "Ich denke nicht an den Weltcup, fahre jedes Rennen so gut wie möglich. Dann kommt alles von selbst. Ich spekuliere nicht mehr."
| Ergebnisse vom Weltcup-RTL der Herren in Val d'Isere |
| 1. | Bode Miller (USA) | 2:36,02 | |
| 2. | Frederic Covili (FRA) | 2:36,04 | |
| 3. | Stephan Eberharter (AUT) | 2:36,82 | |
| 4. | Massimiliano Blardone (ITA) | 2:36,85 | |
| 5. | Michael Von Grünigen (SUI) | 2:37,12 | |
| 6. | Christoph Gruber (AUT) | 2:37,25 | |
| 7. | Didier Cuche (SUI) | 2:37,42 | |
| 8. | Fredrik Nyberg (SWE) | 2:37,44 | |
| 9. | Vincent Millet (FRA) | 2:37,52 | |
| 10. | Sami Uotila (FIN) | 2:37,58 | |
| 11. | Didier Defago (SUI) | 2:37,87 | |
| 12. | Joel Chenal (FRA) | 2:38,08 | |
| 13. | Jean-Philippe Roy (CAN) | 2:38,09 | |
| 14. | Kalle Palander (FIN) | 2:38,18 | |
| 15. | Thomas Grandi (CAN) | 2:38,37 | |
| Weiter: | |||
| 17. | Benjamin Raich (AUT) | 2:38,45 | |
| 23. | Andreas Schifferer (AUT) | 2:39,40 | |
| . | Christian Mayer (AUT) | 2:39,40 | |
| 25. | Florian Seer (AUT) | 2:39,46 | |
| 29. | Josef Strobl (AUT) | 2:39,76 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.:
Heinz Schilchegger (AUT), Mario Matt (AUT)
Grand Prix von Monaco18:01
Sechster trotz BestzeitSchumi Schnellster in Monaco. Wegen Rückstufung dennoch Webber in der Pole.
Fußball Nationalteam18:03
Der ÖFB-TrainingsalltagEin "24-Stunden-Job" für Teamchef Marcel Koller. Klein schießt Zuschauer k.o.
