Zum Glück zeigte der Nachwuchs auf

Der österreichische Slalom-Himmel wies nach dem Rennen in Sestriere einige Wolken auf. Nach dem grandiosen Auftakt in Copper Mountain mit den Rängen zwei und drei war diesmal Schmalkost angesagt. Die Arrivierten ließen größtenteils aus, nur Carina Raich blieb als 14. im Rahmen. Allerdings zeigten sich zwischen den Wolken auch wieder Sonnenstrahlen in der Gestalt der jungen Michaela Kirchgasser, Marlies Schild und Petra Knor.
"Die Arrivierten haben nicht die Leistung gebracht, die wir uns erwartet haben, dafür haben die Jungen aber überrascht." Slalom-Trainer Matthias Berthold brachte es auf den Punkt. Das Problem war die von ihm schon vor dem Rennen angesprochene fehlende Konstanz. "Karin Köllerer war ganz gut unterwegs bis zum Ausfall, Christine Sponring hat leider einen Fehler gemacht, an dem wir zuletzt gearbeitet haben und von Sabine Egger bin ich enttäuscht. Von ihr hätten wir uns mehr erwartet. Aber sie hat Probleme mit dem Material, wir werden kommende Woche etwas Neues probieren", erklärte der Vorarlberger. Die Kärntnerin verpasste das Finale, da war es nur ein schwacher Trost, dass auch Janica Kostelic bei ihrem Comeback im zweiten Lauf nicht mehr dabei war.
Junge Läuferinnen als Lichtblick
Aufatmen kann man im österreichischen Lager aber mit einem Blick auf die Jungen, die endlich aufzuschließen scheinen. "Es war lange nichts da, aus dem Europacup ist nichts nachgekommen", sagt Berthold, "jetzt tut sich aber langsam was." Bestes Beispiel: Die erst 16-jährige Michaela Kirchgasser. Die Filzmoserin "übersprang" den Europacup, kam gleich von FIS-Rennen zu ihrem ersten Weltcup-Einsatz. "Ich war nervös wie noch nie in meinem Leben", bekannte die Sensation des Rennens. Mit Nummer 77 das Rennen als 17. zu beenden, das hätte niemand erwartet. "Sie macht damit einen Riesensprung in der Weltrangliste, sie ist ein sensationelles Rennen gefahren", lobte Berthold.
Als "Belohnung" Start in Lienz
Dabei hatte Kirchgasser erst am Donnerstag von ihrem Einsatz erfahren. Und trotz des guten Einstandes will sie vorerst kleinere Brötchen backen. "Ich denke noch nicht über den Weltcup nach, im Moment will ich einmal die kommenden FIS-Rennen gut fahren", sagte sie fast schüchtern. Trotzdem steht ihr als "Belohnung" vielleicht ein Einsatz in Lienz ins Haus.
Slalom-Weltcup-Gruppe wird größer
Zudem wird die Slalom-Weltcup-Gruppe langsam größer. Marlies Schild und Petra Knor klopfen mit Europacup-Erfahrung schon an die Tür, vorerst allerdings sollen sie sich noch auf den Europacup konzentrieren. "Das Ziel muss es sein, fixe Startplätze heraus zu fahren", sagt Berthold. Und auch Alpin-Direktor Hans Pum ist optimistisch: "Die Jungen haben ihre Chance in der höchsten Spielklasse bekommen und so, wie sie gefahren sind, hat man gesehen, dass bei uns im Nachwuchs gut gefahren wird." Zudem ist sich der Oberösterreicher sicher, "dass es im nächsten Rennen auch bei den Arrivierten wieder besser klappen wird."
Weltmeisterin gewinnt
Pärson setzte sich bei ihrem erst zweiten Weltcup-Sieg 41/100 vor der Finnin Tanja Poutiainen durch, Dritte wurde die Schweizerin Sonja Nef.
| Ergebnisse vom Weltcup-Slalom in Sestriere |
| 1. | Anja Pärson (SWE) | 1:32,54 | |
| 2. | Tanja Poutiainen (FIN) | 1:32,95 | |
| 3. | Sonja Nef (SUI) | 1:33,13 | |
| 4. | Trine Bakke (NOR) | 1:33,34 | |
| 5. | Spela Pretnar (SLO) | 1:33,38 | |
| 6. | Martina Ertl (GER) | 1:33,45 | |
| 7. | Laure Pequegnot (FRA) | 1:33,50 | |
| 8. | Kristina Koznick (USA) | 1:33,56 | |
| 9. | Marlies Oester (SUI) | 1:33,69 | |
| . | Natasa Bokal (SLO) | 1:33,69 | |
| 11. | Veronika Zuzulova (SVK) | 1:33,88 | |
| 12. | Christel Pascal-Saioni (FRA) | 1:33,89 | |
| 13. | Elisabetta Biavaschi (ITA) | 1:33,92 | |
| 14. | Carina Raich (AUT) | 1:34,08 | |
| . | Corina Grünenfelder (SUI) | 1:34,08 | |
| Weiter: | |||
| 17. | Michaela Kirchgasser (AUT) | 1:34,21 | |
| 25. | Marlies Schild (AUT) | 1:35,18 | |
| . | Petra Knor (AUT) | 1:35,18 | |
| 27. | Renate Götschl (AUT) | 1:35,25 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.:
Christine Sponring (AUT), Karin Köllerer (AUT)
Ausgeschieden im 2. Durchgang:
Emmi Pezzedi (ITA), Malin Hultdin (SWE)
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