Samstag, 8. Dezember 2001

Schwerer Fehler im ersten Lauf

Wolfgang Stampfer ist am Freitag im vierten Rennen des Zweier-Bob-Weltcups in Innsbruck-Igls nicht über Rang zehn hinaus gekommen. Damit hat der Tiroler mit seinem Partner Michael Müller bei seinem Heimrennen gerade noch sein Minimalziel, die Top-Ten, realisieren können.

Nicht zu schlagen war wie bereits im Abschlusstraining am Donnerstag der deutsche Bob mit Christoph Langen und Markus Zimmermann. Das Weltmeister-Duo aus Bayern setzte sich in 1:45,97 Minuten knapp vor den Weltcup-Spitzenreitern Todd Hays/Paul Jovanovic (USA/1:46,06) sowie ihren Teamkollegen Rene Spies/Franz Sagmeister (1:46,30) durch.

"Ich hatte im ersten Lauf einen großen Fehler in der sechsten Kurve. Dadurch haben wir viel Schwung verloren, das war nicht mehr aufzuholen", erklärte Stampfer, der am Samstag (Start 13:30 Uhr) mit Erwin Arnold, Michael Müller und Martin Schützenauer in den Vierer-Bewerb gehen wird. Jürgen Loacker, im Zweier-Bewerb 23., startet mit Kurt Follmann, Michael Schnallinger und Lukas Butzerin. Der Zweier-Bob-Weltcup wird nun bis Mitte Jänner pausieren, ehe es dann in St. Moritz weiter geht.

Skandal im Vorfeld
Im Vorfeld des Rennens hatte der Bob-Weltverband (FIBT) die Machtprobe um die Weltpremiere im Kombinationsrennen gewonnen und dabei für einen Eklat gesorgt. Der deutsche Bundestrainer Raimund Bethge wurde vom Präsidenten des Weltverbandes, dem Kanadier Robert Storey, aus der Sportkommission der FIBT ausgeschlossen.

Boykott angekündigt
Bethge hatte sich hinter jene Piloten gestellt, die für den aus einem Zweier- und einem Vierer-Lauf bestehenden Demonstrationsbewerb am Sonntag in Igls einen Boykott angekündigt hatten, falls der Weltverband die Prämien für die 20 startberechtigten Mannschaften nicht von insgesamt 120.000 auf 420.000 Schilling erhöht. Die FIBT verdoppelte das Preisgeld auf 240.000 S. Bis auf Deutschland und die USA traten daraufhin alle anderen Nationen von ihrer Boykott-Drohung zurück.

Seitenhieb auf Langen
Mit einem Seitenhieb auf Doppel-Weltmeister Langen, der gemeinsam mit Aktivensprecher Arend Glas aus den Niederlanden die Forderung der Piloten vorgetragen hatte, sagte Storey: "Ich lasse mich nicht erpressen und bin nicht dafür zuständig, einen Piloten reich zu machen." Der Kanadier hielt den Deutschen vor, dass sie ohnehin auf Grund ihrer Erfolge das meiste Geld von der FIBT erhalten. Über dieses Argument konnte Bethge nur müde lächeln. "Was wir für ein Jahr bekommen, das verdient Martin Schmitt an zwei Wochenenden."

Vertragsstrafen
Langen war vor allem über das Umfallen der anderen Nationen enttäuscht. "Die haben nicht kapiert, worum es geht", schimpfte der 39-Jährige. "Sobald Storey auftaucht und versucht, uns einzuschüchtern, fallen alle um. Das ist ja nicht zum ersten Mal so." Der FIBT-Präsident hatte gedroht, dass die an einem Boykott teilnehmenden Länder bei einem Ausfall des Rennens die Vertragsstrafen an den übertragenden Fernsehsender Eurosport übernehmen müssten.

8.12.2001 09:50