Auer: "Schluss mit lustig! Ich möchte eine Medaille"

800-m-Vizeweltmeisterin Stephanie Graf ist zweifelsohne der heimische Topstar der Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften vom 1. bis 3. März in Wien. Doch mit Stabhochspringerin Doris Auer und Sprint-Rekordlerin Karin Mayr wollen gleich zwei Athletinnen bei der Heim-EM aus dem langen Schatten der Olympiazweiten treten. "Jetzt ist Schluss mit lustig! Ich möchte in Wien eine Medaille holen", sprach Auer Klartext.
Mayr hat zwar ebenfalls das Medaillenziel im Hinterkopf, schlug aber leisere Töne an. "Ich bin ja bekanntlich kein Freund großer Worte, vor allem wenn ich nicht einmal noch den ersten Start absolviert habe", erklärte die 30-Jährige, die in der Hallenbestenliste 2001 mit 22,97 Sekunden die schnellste Europäerin über 200 m war. "Mit dieser Zeit habe ich mich aber auch selber ein bisschen überrascht", betonte Mayr erneut, dass diese Zeit eher ein "Zufallsprodukt" war. Auch in der Hallensaison 2002, die für sie am 26. Jänner in Karlsruhe beginnt, haben weiter die 60 m, über die sie mit 7,15 die Nummer fünf in Europa war, Vorrang.
Vorbereitung in den USA
Für die WM- und Olympia-Finalistin Auer, 2001 mit 4,44 m sechstbeste Europäerin unter dem Dach, beginnt die neue Saison am 10. Jänner mit dem "Pro Vault Summit" in Reno/Nevada, wo sich traditionell die besten StabhochspringerInnen der Welt und deren Betreuer treffen. Die ersten Wettkämpfe bestreitet die 30-Jährige ebenfalls in Übersee: Los geht's am 25. Jänner in Washington, danach folgen die Hallen-Meetings in Boston (27.1.) und New York (1.2.).
Mayr bleibt in Österreich
Aus dem lang geplanten US-Trip von Mayr wurde dagegen nichts. Eigentlich hätte sie ja im Herbst mit dem russischen Weltklasse-Coach Remy Korschemnij, der sich einen Namen als Betreuer des sowjetischen Supersprinters Waleri Borsow (1972 in München Doppel-Olympiasieger) gemacht hat, in dessen Camp in San Francisco trainieren sollen. Doch nach den Terroranschlägen am 11. September hat es Mayr vorgezogen, sich nur in der Heimat mit ihrem Coach Walter Hable auf die Heim-EM vorzubereiten. "Nach dem 11. September ist mir auf der Welt einfach zu viel geschossen worden. Außerdem habe ich mich ja schon immer zu Hause am wohlsten gefühlt."
Ein Drittel der Eintrittskarten bereits weg
Dass sie sich im Dusika-Stadion auch sehr wohl fühlt, hat Mayr im Vorjahr mit der 22,97er-Zeit bewiesen. Diese Marke hatte sie jedoch vor praktisch leeren Rängen erzielt. Im März wird es aber dann eine EM-würdige Kulisse geben, denn knapp ein Drittel der rund 11.000 aufgelegten Eintrittskarten ist bereits weg, wie OK-Generalsekretär Alexander Zimmermann mitteilte. Damit stehen die Chancen gut, dass erstmals seit der Hallen-EM-Premiere 1970 eine Leichtathletik-Veranstaltung in Wien wieder ausverkauft ist.
Budget bereits kräftig überzogen
Neben dem Vorverkauf laufen auch die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. "Das ursprünglich vorgesehene Budget von zwölf Millionen Schilling ist bereits kräftig überzogen worden", teilte OK-Präsident Ferdinand Podkowicz mit, dass von Organisationsseite alles unternommen werde, damit es perfekte Titelkämpfe sowohl für die Aktiven als auch für die Zuschauer gibt.
