Freitag, 7. Dezember 2001

BSE-SPEZIAL: ALLE INFOS

Umfrage: Essen Sie noch Rindfleisch?

Jetzt ist es hoch offiziell: Der EU-Referenz-Test bestätigt Österreichs ersten BSE-Fall. Da noch immer auf ein Testergebnis gewartet wird, haben 60 Kühe auf dem gesperrten Hof noch eine Galgenfrist bekommen. Sie sollten bereits am Freitag geschlachtet werden. Wie berichtet gab es mehrere Pannen: 48 Stunden lang wurde der falsche Bauer verdächtigt, die Ohrmarke der Kuh verloren, die Schädel von zwei geschlachteten Rindern verwechselt!

NÖ Agrarlandesrat Josef Plank (V) gab im Landtag Auskunft über die getroffenen Maßnahmen. Seiner Meinung nach wird das Sicherheitsniveau für Rindfleisch durch den BSE-Fall in keiner Weise beeinträchtigt. Das Kontrollsystem habe trotz einer Verwechslung der Proben infolge menschlichen Versagens einwandfrei funktioniert. Das Tier sei einwandfrei identifiziert und aus dem Verkehr gezogen worden. Die Begleitmaßnahmen bezüglich Futtermittelkontrolle wurden umgesetzt, im Kontrollsystem habe es keinerlei Unsicherheiten gegeben.

Keine Verfehlung des Bauern
Die Tierärzte werden nochmals auf ihre Verpflichtungen hingewiesen. Der betroffene Betrieb sei ausreichend kontrolliert wurden, Versäumnisse habe es hier nicht gegeben. Auch sei dem Landwirt keine Verfehlung anzulasten. Es werde in vollem Umfang Entschädigung geleistet, der Bauer werde bald mit der Rinderhaltung weiter machen können. Der Landesrat verwies weiters darauf, dass bisher in Österreich 217.970 Tiere auf BSE getestet wurden, 34.000 Rinder davon im Bundesland.

Die Auswirkungen des für Experten nicht unerwarteten ersten BSE-Falles seien erst in einigen Wochen zu beurteilen, so Plank unter Hinweis darauf, dass die osteuropäischen Nachbarländer ihren Fleisch- und Rinderimport aus Österreich gestoppt haben.

Bei vertrauensbildende Maßnahmen setzt der Landesrat auf die flächendeckende Weiterführung der Kontrollen und die intensive Information der Bevölkerung. Die Durchführung einer Debatte über die Anfragebeantwortung zum Thema bei der kommenden Sitzung am 31. Jänner 2002 wurde mehrheitlich angenommen.

7.12.2001 16:11