Offizielle Bekanntgabe kommende Woche

Für die Position des ORF-Generaldirektors sind bis zur Deadline - Freitag, 13.00 Uhr - zehn Bewerbungen eingelangt. Leopold März, stellvertretender Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats, wollte dies am Freitagabend aber nicht bestätigen.
Er sei bei der Öffnung der Bewerbungsschreiben, die an einen Wiener Notar zu richten waren, zugegen gewesen, erklärte er. Offizielle Aussagen über die Zahl der Bewerber und ihre Identität seien jedoch frühestens kommenden Montag zu erwarten.
Kandidaten-Nominierung bis 14.12. möglich
Die Unterlagen werden nun den 35 Stiftungsräten zugestellt, die bis 14. Dezember Kandidaten für das Hearing und die Wahl nominieren können. Dabei können auch noch Personen aufgestellt werden, die sich nicht beworben haben. Hearing und Wahl sind für den 21. Dezember angesetzt.
Bewerbung von Weis fix
Fix ist derzeit nur die Bewerbung des derzeitigen ORF-Generals Gerhard Weis, die er am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben hat. Pekarek zeigte sich darüber wenig überrascht: "Ich habe damit gerechnet, dass Weis als amtierender Generlintendant durch den Haupteingang kommt und nicht durch die Hintertür"." Weis selbst hatte am Donnerstag betont, er halte nichts davon, "kandidiert zu werden" - dies sei "keine schöne Lösung".
Ein wenig überrascht zeigte sich Pekarek allerdings über "die Form der Selbstinszenierung", mit der Weis seine Kandidatur bekannt gegeben habe. Darüber hinaus kritisierte der Vorsitzende des Stiftungsrats, der für Kärnten im obersten ORF-Gremium sitzt, die "Beurteilung und Abqualifikation" von möglichen und teilweise noch gar nicht bekannt gewordenen Mitbewerbern durch den GI.
Pekarek verwahrte sich außerdem gegen "eine Darstellung, dass eine Entscheidung pro Weis eine Sachentscheidung ist und jede andere eine politische Entscheidung". Weis hatte erklärt, dass er seine Chancen nach sachlichen Erwägungen als gut ansehe, dass er sich aber, sollte ein "politischer Mord geplant sein", auch "gerne als Leiche" zur Verfügung stelle. Dazu Pekarek: "Aus der Sicht des Stiftungsrats heraus möchte ich das so nicht stehen lassen."
Für mögliche Kandidaten aus dem ORF selbst mache Weis' Bewerbung "das Ganze natürlich zunehmend komplex", so Pekarek abschließend: "Man kann sich vorstellen, dass Bewerber aus dem Haus gewisse Hemmungen haben, gegen den derzeitigen Chef anzutreten."
Schennach sieht Weis-Kandidatur positiv
Der Grüne Mediensprecher Stefan Schennach kommentierte den Antritt des amtierenden ORF-Generals am Freitag gegenüber der APA "positiv, weil bisher bei den Genannten nicht so schlagende Namen dabei sind, dass man auf Weis' Erfahrung verzichten kann". Er sei für eine starke ORF-Führung "und nicht für eine hatscherte Kompromisssache aus politischen Gründen".
Darüber hinaus fand es Schennach "bezeichnend, "dass mit der Nachbesetzung der ORF-Spitze derzeit am meisten die Politiker befasst sind und am wenigsten die Stiftungsräte". Der SPÖ-Stiftungsrat Karl Krammer war am Freitag vorerst nicht erreichbar. FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler wollte Weis' Bewerbung am Donnerstagabend auf APA-Anfrage nicht kommentieren - wie ÖVP-Klubobmann Andreas Khol, der allerdings in der Freitag-Ausgabe der "Presse" in einem Kommentar eindringlich für eine "neue Geschäftsführung" plädiert.
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