Mittwoch, 5. Dezember 2001

Zwei Freisinnige leiten 2002 die Regierung

Der Schweizer Finanzminister Kaspar Villiger ist am Mittwoch von der Vereinigten Bundesversammlung in Bern zum Bundespräsidenten für das Jahr 2002 gewählt worden. Der sechzigjährige Luzerner Freisinnige löst an der Spitze des Bundesrats (Regierung) den Zürcher Sozialdemokraten Moritz Leuenberger ab.

Villigers freisinniger Parteifreund Wirtschaftsminister Pascal Couchepin wurde zum neuen Vizepräsidenten des Bundesrates gewählt. Diese Funktion übt derzeit Villiger aus.

Für Villiger, der bereits 1995 das Amt des Bundespräsidenten bekleidet hatte, wurden auf der gemeinsamen Sitzung der beiden Parlamentskammern, Nationalrat und Ständerat, 183 von 203 gültigen Stimmen abgegeben. Couchepin wurde mit 144 Stimmen gewählt. Im Bundesrat stellen die Freisinnigen, die Sozialdemokraten und die Christdemokraten je zwei Minister, die konservative Schweizerische Volkspartei einen.

Als dienstältestes Regierungsmitglied gehört Kaspar Villiger dem siebenköpfigen Bundesrat bereits seit 1989 an. Bis 1995 leitete er das Militärdepartement, seither ist er Vorsteher des Finanzdepartements.

Villigers beruflicher Werdegang führte über das Maschinenbau-Ingenieursstudium an der Hochschule Zürich über die Mitarbeit in der Zigarrenfabrik seines Vaters, die er nach dessen Tod übernahm. Später stieg der Unternehmer auch in die Fabrikation von Fahrrädern ein. Villiger ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Als Mitglied der Freisinnig-Demokratischen Partei begann er seine politische Laufbahn 1972 im Luzerner Kantonsparlament, rückte 1982 in den Nationalrat auf und wechselte 1987 in den Ständerat. 1989 wurde er zu einem der sieben Bundesräte (Minister) gewählt.

5.12.2001 09:28