OECD-Studie: Mädchen lesen besser

Grafik: Schüler im internationalen Vergleich
Österreichs Schüler sind überdurchschnittliche Leser und Rechner. Dies ergab die von der OECD im Mai 2000 erstmals durchgeführte PISA-Studie unter insgesamt 265.000 Schülern aus 31 Staaten. Österreich erreichte insgesamt den 10. Platz.
Im Mittelpunkt stand die Lesekompetenz und das Leseverständnis der Jugendlichen. Dabei erreichte Österreich als bestes deutschsprachiges und mitteleuropäisches Land mit 507 Punkten (der OECD-Richtwert wurde mit 500 Punkten festgelegt, Anm.) den zehnten Platz. Die Spitzenposition in dieser Kategorie nimmt unangefochten Finnland (546) ein. Deutschland (484) landete nur abgeschlagen auf dem 21. Platz - noch hinter Spanien (493) und Tschechien (492).
Auch in den ebenfalls abgetesteten Gebieten Mathematik und Naturwissenschaften landeten die heimischen Schüler auf guten Rängen: Im Mathematik-Test belegten die Österreicher Rang elf (515), bei den Naturwissenschaften Rang acht (519). In diesen Kategorien sind die japanischen (557/550) und koreanischen Schüler (547/552) klar an der Spitze, gefolgt von Neuseeland (Mathematik/537) bzw. Finnland (Naturwissenschaften/538). Auffallend auch hier die schlechte Platzierung der deutschen Schüler (490/487), die nur unterdurchschnittliche Leistungen erbrachten.
Fünf englischsprachige Länder unter den Top Ten
Unter den zehn besten Ländern im Lesen befinden sich mit Kanada, Australien, Neuseeland, Irland und Großbritannien fünf englischsprachige sowie mit Japan und Südkorea zwei ostasiatische Staaten. Mit Schweden folgt knapp vor Österreich das zweite skandinavische Land neben Spitzenreiter Finnland in den Top Ten.
Ein weiteres interessantes Ergebnis brachte die von PISA (Programme for International Student Assessment) vorgenommene Charakterisierung der Schüler nach sechs Leistungsstufen. In der obersten Leistungsstufe befinden sich OECD-weit rund zehn Prozent Schüler - sie verstehen umfangreiche und komplexe Texte und können aus ihnen korrekte Schlüsse ziehen bzw. sinnvolle Hypothesen bilden. Am anderen Ende der Skala sind jene rund sechs Prozent, die selbst mit den einfachsten Aufgaben größte Schwierigkeiten hatten.
Auffallendes Resultat: Während Österreich, Deutschland und die Schweiz mit je neun Prozent den gleichen Anteil an Top-Lesern in der höchsten Leistungsstufe haben, befinden sich auffällig viele Deutsche (23 Prozent) in den letzten beiden Leistungsgruppen. In diese wurden von PISA rund 14 Prozent der österreichischen Schüler eingeordnet - immerhin noch jeder Siebente.
Mädchen sind die besseren Leser
In allen 31 Teilnehmerstaaten erbrachten die Mädchen im Lesen signifikant bessere Leistungen als die Burschen. Besonders große Unterschiede gab es in Lettland, Finnland und Neuseeland. Der Vorsprung der Mädchen fiel um so größer aus, je anspruchsvoller die Aufgaben waren. Bei den Mathematik- und Naturwissenschaftsaufgaben fielen die Mädchen demgegenüber nicht so stark ab wie bei früheren Vergleichs-Tests - was der Österreich-Koordinator der Studie, Günter Haider, auf die praxisbezogeneren Aufgaben bei PISA zurückführt.
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