Stadt Wien will Tierschutzhaus retten

Die Stadt Wien springt mit einer 10 Millioen Finanzspritze zur Rettung des Wiener Tierschutzhauses ein! "Die Lage ist furchtbar. Es geht uns extrem schlecht.", bestätigte Tierschutzhaus-Pressesprecher Markus Hübl. Auch die 4.000 Tiere sind bedroht. Nach der Geld-Zusage der Stadt Wien zeigten sich die Betreiber sehr erleichtert.
Die Stadt Wien wird das - nach eigenen Angaben - vor der unmittelbaren Pleite stehende Wiener Tierschutzhaus retten. Bei einem Krisengipfel im Wiener Rathaus heute Nachmittag wurde dem Tierschutz-Verein eine Finanzspritze in der Höhe von 10 Mill. S (726.728 Euro) zugesagt. "Diese Zusage ist an zwei Bedingungen geknüpft: Erstens muss ein Sanierungskonzept vorgelegt werden, zweitens muss mit der ebenfalls betroffenen Bank, die eine grundbücherliche Sicherstellung verlangt, Einigung erzielt werden", hieß es im Rathaus.
Rein formal wird die Finanzspritze als Subventionsantrag gestellt, der am kommenden Freitag den Finanzausschuss passieren und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit abgesegnet werden wird. Damit können auch die ausstehenden Löhne und Gehälter sowie die Weihnachtsremuneration für die insgesamt 114 Mitarbeiter ausbezahlt werden. Rund die Hälfte der Mitarbeiter sind Pfleger der täglich rund 4.000 Tiere. Vier Tierärzte sind hauptberuflich angestellt. Auch die Wiener Tierrettung wird vom Wiener Tierschutzhaus in Vösendorf betrieben.
Tierschutzhaus-Betreiber sind "sehr erleichtert"
Die Betreiber des Wiener Tierschutzhauses, der Wiener Tierschutzverein, zeigten sich Montag Nachmittag "sehr erleichtert" über die Zusage der Stadt Wien, dem vor der Pleite stehenden Tierasyl in Wien-Vösendorf mit 10 Millionen Schilling finanziell unter die Arme zu greifen. "Der Alp ist von uns genommen und wir sind der Stadt sehr dankbar. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es auch zu einer Dauerlösung kommt", erklärte Tierschutzhaus-Sprecher Markus Hübl der APA.
Das von der Stadt geforderte Sanierungskonzept sei "bereits in Arbeit". "Wir werden straffen, wo es nur geht, aber die Tiere dürfen nicht darunter leiden", betonte Hübl. Das bedeute aber, dass die Leistungen, die man für die öffentliche Hand erbringen müsse, künftig verrechnet würden. "Derzeit ist es so, dass Tierbesitzer in Spital kommen oder ins Gefängnis oder delogiert werden und die Tiere landen dann via Behörde bei uns. Wir sehen dafür keinen Schilling", sagte Hübl.
Auch der Vorwurf, das Tierschutzhaus habe für exotische Tiere zu luxuriöse Anlagen gebaut, lässt Hübl nicht gelten: "Die finanzielle Situation ist nicht darauf zurückzuführen." Diese Tiere hätten von der Behörde betreut werden müssen. "Die zuständigen Behörden haben zum Teil nicht optimal gearbeitet, manchmal auch versagt", meinte Hübl.
So finden etwa beschlagnahmte Tiere in Österreich keine Möglichkeit, in einer Bundes- oder Landeseinrichtung unterzukommen, bis das entsprechende Verfahren abgeschlossen ist. "Alles landet dann bei uns: Affen, Krokodile, Wildvögel, grüne Leguane, Kaimane, Alligatoren, Schlangen. Wir bekommen nichts refundiert", sagte Hübl.
Betreffend der Einigung mit den Banken - der Immobilientochter der Bank Austria und der Ersten - zeigte sich Hübl ebenfalls zuversichtlich. "Wir arbeiten an einer Lösung und sind überzeugt, dass sie funktioniert."
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