Arbeitslosigkeit in Japan, Deutschland, Frankreich

Die Arbeitslosigkeit in Japan ist auf einen Nachkriegsrekord gestiegen. In Deutschland ist sie ebenfalls angewachsen. Genaue Daten über diese Trendwende zum Negativen werden aber erst nächste Woche erwartet. In Frankreich ist die Zahl der Arbeitslosen das sechste Monat in Folge gestiegen.
Japan: Größte Arbeitslosigkeit seit dem Krieg
Wie die Regierung in Tokio am Freitag mitteilte, waren im Oktober 5,4 Prozent der Erwerbstätigen arbeitslos gemeldet. Im September betrug die Quote noch 5,3 Prozent. Die Marke von fünf Prozent war erstmals im Juli erreicht worden, im August verharrte die Arbeitslosigkeit auf diesem Stand.
Seit Jahren befindet sich Japan in einer Wirtschaftskrise. Der Abschwung in den USA und die Anschläge vom 11. September haben die Lage nach Meinung von Beobachtern weiter verschlechtert. Die japanische Zentralbank geht nacht eigenen Angaben davon aus, dass die Wirtschaft bis 2003 andauern wird.
Eines der Hauptprobleme der japanischen Wirtschaft ist, dass ihr Erfolgskonzept der vergangenen Jahrzehnte nicht mehr funktioniert: die Massenproduktion für den Export. Gerade auf dem Elektronikmarkt können japanische Firmen nicht mehr im Preiskampf mit asiatischen Wettbewerbern mithalten. Viele verlegen die Produktion in asiatische Länder mit niedrigeren Lohnkosten.
Deutschland: Mehr Arbeitslose
Am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im November endgültig die Trendwende zum Negativen vollzogen: Wie "Bild" und "Welt" am Freitag unter Berufung auf interne Berechnungen der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit berichteten, wird eine Erwerbslosenzahl von bundesweit rund 3,77 Millionen erwartet. Das wären 45.000 Arbeitslose mehr als im Oktober und vor allem 125.000 mehr als im Vorjahresmonat.
Damit lag die Zahl der Menschen ohne Job den dritten Monat in Folge über der des Vorjahresmonats - was nach der Definition der Bundesanstalt eine Trendwende bedeutet. Angesichts der negativen Entwicklung gestand der deutsche Finanzminister Hans Eichel (SPD) ein, dass die Arbeitslosenzahl bis zur Bundestagswahl im nächsten Jahr nicht unter 3,5 Millionen Menschen gesenkt werden kann.
Frankreich: Ständig mehr Arbeitslose
Die Zahl der Arbeitslosen ist auch in Frankreich gewachsen - das sechste Monat in Folge. Wie das Arbeitsministerium am Freitag in Paris mitteilte, nahm die Zahl der Erwerbslosen im Oktober gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent zu. Insgesamt sind im zweitgrößten Euro-Staat demnach nun rund 2,16 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Die landesweite Quote wurde nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) berechnet und blieb bei 8,9 Prozent.
Beim Antritt der Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin Mitte 1997 hatte die Arbeitslosenquote in Frankreich noch 12,3 Prozent betragen. Seitdem war sie nahezu stetig gesunken. Anfang des Jahres hatte sich der Rückgang dann jedoch deutlich verlangsamt; im Mai war erstmals wieder ein leichter Anstieg registriert worden.

