Frostiges Polit-Klima könnte Wirtschaft schaden

Österreichs Wirtschaft hält Drohgebärden gegen Prag im Zusammenhang mit dem Temelin-Streit zwischen Österreich und Tschechien für "absolut inakzeptabel". Entschieden wenden sich die Wirtschaftsbosse auch gegen ein EU-Beitritts-Veto. Die Unternehmer fürchten um ihre Pfründe in den "neuen" Märkten des ehemaligen Ostblocks.
"Ein Nein zu Temelin kann auf keinen Fall ein Nein zum EU-Beitritt Tschechiens bedeuten", so BBAG-Chef Karl Büche im "WirtschaftsBlatt". Und OMV-Chef Richard Schenz wendet sich ebenfalls gegen die Vetodrohung der FPÖ. Derartige Drohgebärden würden auch Unternehmen, die in Tschechien tätig sind, schon auf den Kopf fallen.
Briefe an die OMV
"Bereits nach den ersten Grenzblockaden wurden uns gegenüber unfreundliche Akte gesetzt", sagt Schenz. Die OMV, die im Tankstellenbereich die Nummer zwei in Tschechien ist, habe etliche Briefe zur Causa bekommen.
Büche verweist darauf, dass Tschechien ein Zukunftsmarkt für Österreich und für die BBAG (Brau Beteiligungs AG) sei. Investitionen in den ehemaligen Oststaaten würden zudem das Hauptquartier in Österreich absichern.
Spannungen sind zu merken
Auch für die Sattler AG ist das nördliche Nachbarland ein wichtiger Absatzmarkt. Boss Werner Tessmar-Pfohl erklärt, "klimatisch merkt man die Spannungen eindeutig. Wir müssen aufpassen, dass wir uns in Europa nicht lächerlich machen". Drohungen könnten so weit führen, dass österreichische Betriebe bei öffentlichen Aufträgen jenseits der Grenze den Kürzeren ziehen.

