Freitag, 30. November 2001

Jüngste Umsatz-Entwicklungen deutlich positiver

Die Liquiditätsprobleme der Buch- und Medienhandelskette Libro AG haben ihre Spuren auf der nun vorliegenden Bilanz für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2001/02 (per März) zurückgelassen. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 1,851 Mrd. S (134,5 Mill. Euro) gesunken. Die Kreditgeber halten Libro vorerst über Wasser.

Im Vorjahresvergleich lag der Umsatz noch bei 2,123 Mrd. Schilling. Die negative Entwicklung resultierte aus den Liquiditätsschwierigkeiten von März bis Juli. Durch die Bankenfinanzierung konnte im Juli der Einkauf wieder forciert und der Umsatz im August stabilisiert werden.

Der wesentlich niedrigere Umsatz wirkte sich negativ auf die Ertragslage aus. Das EBITDA belief sich sich per 31. August 2001 auf minus 279 Mill. S. Im Vorjahr wurde ein knapp positives EBITDA von 10 Mill. S ausgewiesen.

Banken halten Libro
Die finanzierenden Banken haben den im Juli 2001 zur Verfügung gestellten Kredit in Höhe von 300 Mill. S mit Aufhebung des Ausgleichsverfahrens in einen Einmalkredit mit Endfälligkeit per Ende 2003 umgewandelt. Gleichzeitig wurde zur Finanzierung von Liquiditätsspitzen im Weihnachtsgeschäft ein weiterer Kreditrahmen von 360 Mill. S gewährt. Dieser ist in Raten bis Ende Dezember 2002 zu tilgen.

Das im Juli erstellte Sanierungskonzept sieht für die nächsten beiden Geschäftsjahre Betriebsverluste mit sinkender Tendenz vor. Der Turnaround wird frühestens im Geschäftsjahr 2003/2004 möglich sein.

Von den Restrukturierungsmaßnahmen sind 119 Filialen betroffen. 23 Filialen wurden bis Ende September geschlossen, weitere drei werden per 31. Dezember geschlossen.

Dem Vorstand wurde, wie berichtet, vom Aufsichtsrat ein Verhandlungsmandat zum Verkauf der Schweizer Firmengruppe CeDe.ch und des Libro-Teilbetriebes Amadeus erteilt. Verhandlungen werden mit mehreren Interessenten geführt, wobei kein Verkaufsdruck gegeben ist. Sollten die Angebote nicht den Vorstellungen der Unternehmensleitung entsprechen, ist vorerst an eine Weiterführung der Betriebe in der bisherigen Form gedacht.

Entwicklungen zuletzt deutlich positiver
Im September-Schulgeschäft konnte ein Umsatzplus von 2 Prozent erzielt werden. Kombiniert mit den guten Spannen in dieser Sparte wurde in diesem Monat ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt. Auch Oktober und November entwickelten sich sowohl umsatz- als auch ertragsmäßig besser als erwartet. Unter Ausnützung der gegebenen Bankrahmen erfolgte die Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft. Am ersten Einkaufswochenende lag der Umsatz um rund 10 Prozent über den Budgets.

30.11.2001 10:00