Donnerstag, 29. November 2001

Keine Hinweise auf gefürchteten Inflationsschub

Im Zusammenhang mit der Währungsumstellung von Schilling auf Euro prüft die Euro-Preiskommission 420 Konsumentenbeschwerden in Hinblick auf ungerechtfertigte Preiserhöhungen. Weitere 360 Beschwerden werden im Rahmen des "Leobener Kooperationsmechanismus" behandelt und 60 Beschwerden werden einer genaueren Prüfung unterzogen.

Keinerlei Hinweise gebe es dafür, dass die bevorstehende Einführung des Euro-Bargeldes einen Inflationsschub ausgelöst hätte. Dies geht aus dem ersten Bericht der Euro-Preiskommission über die Umsetzung des Euro-Währungsangabengesetzes (EWAG) hervor, den das Wirtschaftsministerium dem Nationalrat vorgelegt hat.

Insgesamt sind bei der Euro-Preiskommission, den Preisbehörden der Länder, dem Justizministerium, der Arbeiterkammer und dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) bis 25. Oktober 744 Preisbeschwerden eingegangen. 84 betreffen Preisauszeichnungen oder -umrechnungen, 32 Fälle die Aufrundung von Groschenbeträgen, geänderte Packungsgrößen, die Festsetzung runder Europreise oder die Rechnungslegung in Euro. Von den verbleibenden 628 Beschwerden war ein Drittel wegen Mehrfach-Nennungen bzw. wegen mangelnder Konkretisierung auszuscheiden.

Aufgeschlüsselt nach Branchen beziehen sich die Beschwerden zu einem Drittel auf den Lebensmittelhandel und zu einem Viertel auf die Gastronomie. Der Großteil der restlichen Beschwerden betrifft die Erhöhung der Parkgebühren, der Preise im Bereich des Textil- und Schuhhandels, der Printmedien, der Drogeriewaren und von Telefongebühren.

Das EWAG regelt die doppelte Währungsangabe anlässlich der Euro-Umstellung und versucht Vorkehrungen gegen Inflationsschübe auf Grund der Währungsumstellung zu treffen. Laut Bericht haben mehr als ein Drittel der kontrollierten Betriebe ihre Preise freiwillig schon von Jänner bis August 2001 in Schilling und Euro angegeben haben und die seit 1. Oktober geltende Verpflichtung zur doppelten Preisauszeichnung sehr gut eingehalten.

29.11.2001 14:13