Mittwoch, 28. November 2001

Wirtschaftsforscher verordnen Spar-Pause

Wirtschaftsforscher und Topmanager fordern ein kräftiges Anti-Rezessions-Programm. Grassers Budget-Sparmanie verordnen sie eine Pause. Zumindest ein Ende der "Realitäts- und Diagnose-Verweigerung" (Zitat Androsch) scheint absehbar zu sein.

Wirtschaftsforscher und Sozialpartner trommeln schon seit Wochen ihren Protest gegen ein sklavisches Festhalten am Ziel "Nulldefizit"; konkrete Maßnahmen sollen erst nächste Woche vorgestellt werden. Obwohl: Für traditionelle wirtschaftspolitische Maßnahmen wie zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur ist es ohnehin längst zu spät. Die würden erst Mitte 2002 greifen. Und dann ist schon mit einer natürlichen Besserung der Wirtschaftslage zu rechnen.

Grasser: Opfer oder Täter?
Während die Opposition Grasser als Schuldigen an der drohenden Rezession geben, sehen Wirtschaftsforscher ihn als Opfer. "Das Problem ist in erster Linie Deutschland," sagen sie. "Dort gibt es eine starke Abwärtsentwicklung, bei der die Talsohle noch nicht erkennbar ist.

Nulldefizit ade?
"Wegen ein paar Zehntel Neuverschuldung, die durch die schlechtere Konjunktur bedingt sind, wird niemand etwas sagen, ein Prozent oder mehr sind aber kritisch," sagt Bernhard Felderer vom IHS. Und die "paar Zehntel" drohen Grasser 2002 auch ohne die versprochene Steuerreform. Denn, so Helmut Kramer vom Wifo: "Das Budgetziel Nulldefizit kommt 2002 sicher unter Druck. Das Falscheste aber wäre ein Eingriff in die automatischen Stabilisatoren.

Alles über Grassers Schwierigkeiten und mehr über die Prognosen der Wirtschaftsforscher lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des NEWS!

28.11.2001 17:37