Mittwoch, 28. November 2001

Rotstift bei den Leistungen für Patienten

Die Krankenkassen schwimmen - zwischen 3,4 und 3,7 Milliarden Schilling liegt das Defizit allein heuer. Während die Regierung das Finanzdebakel schönzureden versucht, drohen Leistungsrücknahmen und/oder eine Beitragserhöhung. Die Wiener Gebietskrankenkasse gibt sich jedenfalls ahnungslos, wo sie bei sich selbst sparen könnte.

FP-Gesundheitsstaatssekretär Reinhard Waneck (Bild) jubelt über den "absoluten Erfolg", die "Trendwende" in der existenzgefährdenden Situation der Krankenkassen. Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) am Wienerberg sieht die Lage naturgemäß anders. Kein Wunder: Allein die WGKK hat heuer mit fast einer Milliarde Schilling Defizit zu kämpfen.

Tatsache ist jedoch: Das Defizit wird heuer geringer ausfallen als prognostiziert. Ein radikaler Sparkurs im Gesundheitsbereich schmälerte das Milliardenloch unter der schwarz-blauen Regierung. Die Ausgaben für Medikamente wurden in Verhandlungen mit der Pharmaindustrie stark gedrosselt, die Rezeptgebühr auf 56 Schilling erhöht. Bei Kur- und Heilbehelfen wurde geknausert, von der umstrittenen Ambulanzgebühr erhofft man sich Einnahmen von 350 Millionen.

Waneck beruhigt: "Kein einziger Patient bekommt weniger Medikamente!" Aber er verschweigt, dass die Leistungen für Patienten zuletzt drastisch zurück genommen wurden. Marode Kassen wie in Tirol, Kärnten, der Steiermark und Wien sahen sich jüngst gezwungen, bei Zuschüssen für Kontaktlinsen, Kuraufenthalte, Stützstrümpfe und beim Krankengeld den Rotstift anzusetzen.

Kassen-Obmann sieht kein Einsparungs-Potenzial
Die ÖVP will vor einer Beitragserhöhung in der Pleiten-Burg selbst sparen. Der Wiener Kassen-Obmann Bittner dazu: "Ich sehe weit und breit nichts, wo wir einsparen können." Nur: wer schon einmal das Hauptquartier der WGKK betreten hat - auch nur ganz kurz - der kann ihm die Augen öffnen.

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28.11.2001 13:09