Umstellung der Indizes benachteiligt österr. Werte

Die "Indexfamilie" von Morgan Stanley Capital International (MSCI) wird auf das Kriterium Streubesitz umgestellt - das wird den österreichischen Aktienmarkt nach Ansicht der Markteilnehmer bis Ende der Woche in Bewegung halten. Besonders am Freitag sind die meisten Anpassungen zu erwarten.
Laut Morgan Stanley würden sich Portfolios im Umfang von geschätzten 425 Mrd. US-Dollar (482 Mrd. Euro/6.632 Mrd. S) an den MSCI-Indizes orientieren, das könne gewaltige Geldstrome bewirken.
Die MSCI-Indizes werden per Ende November in einem ersten Schritt auf ein Gewichtungssystem nach Streubesitz umgestellt, was den Anteil der österreichischen Titel auf Grund ihres traditionell niedrigen Streubesitzanteils reduzieren wird. Ob die Unternehmenswerte dadurch besser dargestellt würden, ist unklar. Allerdings habe es einen starken Bedarf dazu seitens der institutionellen Investoren gegeben.
Wichtige Österreichische Titel verschwinden aus Portfolios
Tatsächlich werden mit Ende der Woche jene Titel, die aus den MSCI-Indizes - in Österreich sind das AUA, BBAG und Verbund - gestrichen werden, damit auch aus dem Anlageuniversum aller Fondsmanager verschwinden, die sich am MSCI-Index orientieren. Für diese Titel sei auf jeden Fall Druck zu erwarten, so Severin. Die Fondsmanager müssten noch regieren, sofern sie es nicht schon getan hätten.
An stärkere Auswirkungen an der Wiener Börse glaubt auch der Aktienanalyst Günther Artner von der Erste Bank. So habe die Voest Alpine - der einzige österreichische Neuzugang in die MSCI-Indexfamilie - bereits im Vorfeld der Umstallung zugelegt. Aber es sei sicher noch nicht alles umgeschichtet, die Volatilität sollte zunehmen. Besonders starke Auswirkungen erwartet auch Artner für den Freitag.

