Mittwoch, 28. November 2001

USA: Apple geht nicht auf Vergleichsvorschlag ein

Der US-Software-Gigant Microsoft will im Kartellrechtsstreit mit der EU-Kommission auf die geplante Anhörung aller beteiligten Parteien verzichten. Das Unternehmen setzt auf den Dialog mit der EU-Kommission und strebt eine Verhandlungslösung an.

In dem Kartellrechtsstreit sollte am 20. und 21. Dezember in Brüssel eine Anhörung von Microsoft, seiner europäischen Konkurrenzunternehmen und der EU-Kommission stattfinden. Mitte Oktober hatte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti Microsoft wegen seines neuen Betriebssystems Windows XP mit einem hohen Bußgeld gedroht.

Apple will Microsoft nicht so einfach ziehen lassen
Die Hoffnungen von Microsoft auf ein baldiges Ende des Kartellrechtsstreits in den USA haben einen starken Dämpfer erlitten: Nach längerer Denkpause stellte sich nun auch die Konkurrenzfirma Apple gegen den Kompromiss, den der Konzern von Bill Gates mit rund hundert Sammelklägern ausgehandelt hatte.

Nach dem vor einer Woche ausgehandelten Deal mit den Privatklägern verzichten diese auf ein weiteres juristisches Vorgehen gegen Microsoft. Im Gegenzug muss der Konzern innerhalb von fünf Jahren Software, Trainingseinheiten und Bargeld im Wert von über einer Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro/16 Mrd. S) an US-Schulen spenden. Der Übereinkunft muss noch der mit den Sammelklagen befasste Richter zustimmen. Bei ihm brachte Apple nun seine Einwände vor.

Diese Einigung sei keine Strafe für Microsoft, erklärte Apple-Chef Steve Jobs in San Francisco. Vielmehr werde es dem sowieso schon marktbeherrschenden Konkurrenzunternehmen erlaubt, sich auch noch in den Schulen auszubreiten.

28.11.2001 09:33