95 Prozent aller Sendungen in 48 Stunden zustellen

Der österreichischen Post wird vorgegeben, dass sie 95 Prozent aller Poststücke am Tag nach der Aufgabe zustellen muss. Am übernächsten Tag müssen garantiert 98 Prozent der Sendungen beim Empfänger landen. Diese zeitliche Vorgabe stellt das Verkehrsministerium im Zusammenhang mit der künftigen Universaldienstverordnung, sagte Verkehrsministerin Monika Forstinger.
Voraussetzung für den Erlass der Universaldienstverordnung seien noch nicht gegeben, da bis 20. Dezember noch Abstimmungsgespräche mit den Landeshauptleuten und Bürgermeistern anberaumt seien. "Die Post liegt da noch sehr gut im Zeitplan", sagte die Ministerin.
Eine flächendeckende Versorgung, die als Dienstleistung für die Kunden anzusehen sei, müsse das Unternehmen selbst garantieren. Politisch vorgegeben würden als Bestandteil des öffentlich subventionierten Universaldienstes nur die zeitliche Garantiefrist für die Zustellung der Sendungen.
Psot & WKÖ planen Versorgungsallianz
Die Österreichische Post AG und die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wollen im Zuge einer "Versorgungsallianz" künftig gemeinsam für die flächendeckende Versorgung Österreichs mit Postdienstleistungen sorgen. Bis Mitte 2002 plant die Post die Schließung von bis zu 700 der derzeit 2.300 Postämter.
Als Ersatz setzen Post und WKÖ vor allem auf das Post-Partner-Modell. Dabei übernimmt der Greißler vor Ort die Aufgaben des Postamtes. Verhandlungen mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.
In einem Pilot-Versuch haben bereits acht Greißler in Österreich die Postversorgung ihres Ortes übernommen. Bis Mitte 2002 könnten mehr als drei Viertel der Standorte, die die Post schließen will, auf diese Weise ersetzt werden, sagte Post-Generaldirektor Anton Wais am Montag vor Journalisten. Die WKÖ kann sich "in einer weiteren Entwicklung" sogar vorstellen, dass mehr als die nun diskutierten 700 Postämter durch Post-Partner ersetzt werden.
Eine am Montag zwischen Post und WKÖ unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, dass die Post 60 Prozent der Startkosten von 130.000 S (9.447 Euro) übernimmt. Die WKÖ verpflichtet sich für die Deckung der restlichen 40 Prozent zu sorgen, Wirtschaftskammer-Praesident Christoph Leitl. Doch auch die Länder sollen das Projekt unterstützen, so Leitl.

