Montag, 26. November 2001

Krisen-Zeit in Japan Banken melden hohe Verluste

Mehrere japanische Top-Banken gaben am Montag hohe Verluste bekannt. Über 23.000 Mitarbeiter müssen mit Entlassungen rechnen.

Um Verlusten und sinkenden Aktienkursen entgegenzusteuern, werden die vier führenden Banken Japans zusammen mehr als 23.000 Stellen streichen. Zuletzt haben Mitsubishi Tokyo Financial Group und Mizuho Holdings, beide Tokio, zur Senkung der Kosten Entlassungen von 4.500 bzw. 7.000 Mitarbeitern angekündigt, wie die Zeitung "Nihon Keizai" berichtet. Zuvor hatten bereits UFJ Holdings und Mitsui Sumitomo Banking den Abbau von Stellen in Aussicht gestellt. Die Institute wollen mit den Entlassungen Verlusten aus faulen Krediten und sinkenden Aktienkursen entgegensteuern.

Banken melden hohe Verluste
Daiwa Bank Ltd, Osaka, kündigte für das laufende Geschäftsjahr 2001/02 einen konsolidierten Nettoverlust von 115 Mrd. Yen (1,058 Mrd. Euro/14,6 Mrd. S)an. Laut der Bank sollen in dieser Periode zweifelhafte Forderungen der Gruppe von 168 Mrd. Yen abgeschrieben werden. Den Vorsteuerverlust prognostiziert das Unternehmen auf 240 Mrd. Yen. In der ersten Jahreshälfte hätten Wertberichtigungen auf Risikokredite von 92,05 Mrd. Yen und Wertpapierverluste von 308,08 Mrd. Yen das Nettoergebnis belastet. Nicht konsolidiert belaufe sich der Bestand zweifelhafter Forderungen unter den Vorschriften der Financial Revitalization Law auf 898,79 Mrd. Yen.

Asahi Bank Ltd, Tokio, hat den Rückgang ihres Nettoergebnisses im ersten Geschäftshalbjahr 2001/02 mit Bewertungsverlusten aus dem Wertpapierbestand sowie Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen begründet. Auf konsolidierter Basis habe sich der Wertberichtigungsbedarf notleidender Kredite auf 107,34 Mrd. Yen belaufen. Nicht-konsolidiert betrage der Bestand der Risikokredite auf Basis der bindenden Vorschriften des Financial Revitalization Law 1,285 Bill. Yen.

Schon vergangene Woche hatte Asahi ihre Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr drastisch gesenkt. Demnach erwartet das Unternehmen einen konsolidierten Nettoverlust von 530 Mrd. Yen.

26.11.2001 12:32