Sonntag, 2. Dezember 2001

Geht Gilewicz zum HSV?

Der FC Tirol hat sich vor der Winterpause noch schnell einen Punktepolster angelegt, abgespeckt soll trotzdem werden. Allerdings nur personell. Der finanziell angeschlagene Meister will in den kommenden Wochen seinen 28 Mann-Kader reduzieren, ohne qualitative Substanz zu verlieren. Denn ab 19. Februar gehen die Tiroler auf den Titel-Hattrick los, die Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Die Mannschaft von Jogi Löw startet nach dem 1:0-Heimsieg gegen Rapid zum Herbst-Abschluss am Samstag mit zumindest sieben Punkten Vorsprung, der klar besseren Tordifferenz und einem bis zwei Spiele weniger als die Verfolger in die Frühjahrssaison.

HSV will für Gilewicz keine 70 Millionen zahlen
"Kader optimieren" heißt das Schlagwort in Innsbruck. Nach dem internationalen Aus ist der große Kader nur schwer zu finanzieren, zudem Plagen den Verein hohe Schulden. "Es soll kein Leistungsträger abgegeben werden", betont Löw. Ob er sich damit durchsetzt, hängt nicht zuletzt von der Zahlungswilligkeit anderer Vereine ab. Torjäger Radoslav Gilewicz steht auf der Wunschliste des Hamburger SV, wo der ehemalige Tirol-Trainer Kurt Jara das Sagen hat. Doch Tirol verlangt angeblich 70 Millionen Schilling, und der HSV "ist nicht da, um den FC Tirol zu sanieren", sagt Jara.
Bleiben wird jedenfalls Michael Baur, an dem Sturm Interesse gezeigt hatte. Einige Reservisten allerdings werden abgegeben. Sidi Be soll leihweise zum Erstdivisionär Pasching gehen, Köck, Sara oder Harrasser sind ebenfalls Kandidaten.

Löw zufrieden
Das Gerüst der Mannschaft wird aber wohl bleiben und den nächsten Titel anpeilen. Der Trainer geht jedenfalls zufrieden in die Pause, nach der sensationellen Niederlage gegen Schlusslicht Admira gaben die Spieler die richtige Antwort. "Ich habe eine Reaktion gefordert, wollte sehen, dass das Feuer brennt. Der Mannschaft kann man nichts vorwerfen, sie hat 90 Minuten unbändigen Siegeswillen gezeigt. Aber die Spieler sind schon ausgebrannt", meinte der Deutsche.

Auch seine persönliche Bilanz kann sich sehen lassen. Löw übernahm Tirol mit einem Vorsprung von fünf Punkten, bis zu Winterpause ist er auf neun angewachsen. Nach der besten Frühjahrs-Saison spielte der Meister auch die beste Herbst-Runde. Aufkommende Kritik wollte Stefan Marasek da nicht gelten lassen. "Wenn irgendwer noch über unseren Fußball schimpft, hat er keine Ahnung. Was wir 2001 erreicht haben, ist sensationell", erklärte der Mittelfeldspieler.

2.12.2001 18:44