Donnerstag, 29. November 2001

Kapl: "Klage steht im Raum"

Bei einer Schiedsrichter-Tagung am Sonntag in Salzburg wird sich entscheiden, wie die heimischen Referees mit dem "Fall Jörg Haider" weiter umgehen. Bei dieser Sitzung unter der Leitung von Franz Wöhrer, dem Vorsitzenden der ÖFB-Schiedsrichterkommission, wird gegen den Präsidenten des FC Kärnten u.a. die Einleitung gerichtlicher Schritte überlegt. Haider hatte wegen drei nicht anerkannter Tore im Match gegen die Wiener Austria die Referees massiv kritisiert und u.a. als "Ganoven, die offenbar käuflich sind" bezeichnet.

Der Kärntner Landeshauptmann ist aus diesem Grund von der unabhängigen Ethik-Kommission der Österreichischen Fußball-Bundesliga bereits zu einer Geldstrafe von 200.000 S verurteilt worden, hat aber bisher diese Vorwürfe weder relativiert noch zurückgenommen. "Eine Klage steht im Raum", sagte deshalb Schiedsrichter-Chef Gerhard Kapl vor diesem Gipfel-Treffen aller heimischen Schiedsrichtervertreter (ÖFB, Bundesliga, Obleute der Landesverbände, aktive Referees). Mit dabei ist auch ein Salzburger Rechtsanwalt, der die Pfeifenmänner im Fall eventueller gerichtlicher Schritte gegen Haider juristisch beraten soll. Daneben stehen aber am Sonntag auch andere Punkte (Schiri-Wesen, Bundesliga- und Werbe-Situation) zur Diskussion.

Kapl sieht sich nach wie vor als Kandidat für die ÖFB-Präsidentschaft, nachdem gegen eine Wiederwahl von Beppo Mauhart von verschiedenen Seiten massive Bedenken bestehen. "Alles ist möglich, nichts ist fix", sagte dazu der Steirer, der vorerst die weitere Entwicklung abwartet und am Freitag bei der Bundesliga-Hauptversammlung in Laxenburg eine Art Weichenstellung erwartet: "Ich hoffe, dass sich bald die Mehrheit für einen Kandidaten findet und sich die Sache nicht Monate hinzieht."

29.11.2001 19:22