"Slalom-Kücken" sensationell stark

Drei der in Megeve abgesagten Weltcup-Bewerbe der Damen werden von 14. bis 16. Dezember in Val 'Isere nachgeholt. Dies gab die FIS am Mittwoch bekannt. In Val d'Isere werden damit zwei Super G (Freitag und Samstag, jeweils 10:30 Uhr) und der Riesentorlauf (Sonntag, 9:30/12:00) ausgetragen. Einer der zwei Super G war ursprünglich in Val d'Isere angesetzt gewesen, wurde allerdings Ende des Vormonats wegen Schneemangels abgesagt und in Megeve neu angesetzt. Nun wandert das Rennen wieder zurück. Offen ist noch, wo der Slalom von Megeve nachgeholt wird. Die Herren-Renen in Madonna di Campiglio (Nachtslalom am 10.12.), Gröden (Abfahrten am 14. und 15.12.) und Alta Badia (Riesentorlauf am 16.12.) wurden bestätigt.
Die Pause kommt aber auch den Österreicherinnen gelegen, vor allem weil die Bilanz nach sechs Rennen erfreulich ist: Ein Sieg von Dorfmeister beim Auftakt in Sölden, grandiose Slalom-Mädchen in den USA und die Weltcup-Gesamtführung für Dorfmeister stehen auf der Habenseite. Eine Entscheidung über neue Termine für die zwei Super G (einer ist Ersatz für Val d'Isere) und den Slalom wird am Mittwoch fallen.
Vor allem für die Abfahrts-Weltmeisterin aus Niederösterreich ließ sich die Olympia-Saison hervorragend an. Sie hat bis auf den Slalom in Copper alle bisherigen Rennen des Olympia-Winters bestritten und war dabei jeweils beste Österreicherin. Kein Wunder, dass ÖSV-Damenchef Karl Frehsner seine derzeit Beste schon ein bisschen in den Himmel hob. "Sie ist irrsinnig professionell", so Frehsner über die 28-Jährige, die derzeit sogar ihr Privatleben dem Sport unterordnet, trotzdem aber noch relativ gelassen auf das Thema Weltcup-Gesamtsieg reagiert. In den beiden vergangenen Saisonen hatte ihr ja genau dieses Thema den Nerv gezogen.
Dorfmeister: "Kein Wunschkonzert"
"Ich weiß, dass diese Fragen jetzt in den kommenden Wochen immer wieder kommen werden. Und ich kann nur hoffen, dass ich mich nicht wieder narrisch machen lasse", reagierte Dorfmeister in der kanadischen Ruhe noch gelassen. Deshalb ist ihre erste Saisonbilanz auch absolut positiv, auch wenn sie nach dem Riesentorlauf-Triumph von Sölden zwar auch in den beiden Abfahrten Podestplätze heraus gefahren hat, aber eben kein weiterer Sieg gelungen ist. "Ski fahren ist halt kein Wunschkonzert", so Dorfmeister.
Nachwuchs gibt Anlass zur Hoffnung
Aber auch Damenchef Frehsner flog zufrieden zurück nach Europa. "Weil man auch mit Renate Götschl immer rechnen muss und eine Alexandra Meissnitzer gezeigt hat, dass man sie nie abschreiben kann." Was den Boss aber besonders freute, war der Blick auf den Nachwuchs: "Es sieht so aus, als ob wir die Lücke zwischen den Arrivierten und den Jungen schließen können", sagte Frehsner mit dem Blick auf nachdrängende Mädchen.
Arrivierte müssen um Startplätze kämpfen
Dass die blutjungen Slalommädchen Christine Sponring und Carina Raich längst Siegerpotenzial haben, weiß man seit Copper Mountain. Aber auch in den anderen Disziplinen haben einige stark aufgezeigt, etwa Ingrid Rumpfhuber oder Astrid Vierthaler. Und wir haben noch einige im Talon", so Frehsner. Mädchen wie Daniela Zeiser oder Nicole Hosp könnten jederzeit genauso mitfahren, ohne abzufallen", ist er überzeugt. Deshalb stellte er wenige Tage vor Krampus einigen Arrivierten auch die Rute ins Fenster. "Für einige wird es ganz schön schwierig werden. Sie müssen ab jetzt um ihre Startplätze kämpfen."
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