Sechs Österreicherinnen unter den Top 20

Die österreichischen Abfahrerinnen sind schnell. Das haben sie bei den beiden Abfahrten in Lake Louise bewiesen. Nur für den Sieg waren sie noch nicht schnell genug. Den holte sich zwei Mal Isolde Kostner, die auf der kanadischen Abfahrt mit vier Siegen nun genauso oft erfolgreich war wie in Cortina d'Ampezzo. Allerdings kann sich die Südtirolerin bei Michaela Dorfmeister und auch Renate Götschl bedanken, denn beide hätten ohne Fehler das Ergebnis wohl noch knapper gemacht, als es ohnehin war.
Der ÖSV-Präsident war aber auch so zufrieden. "Das schaut schon ganz gut aus", erklärte Peter Schröcksnadel, der auf Stippvisite zu den Damen gekommen war.
Bei den Damen sind zwei Erfolge innerhalb von 24 Stunden aber keine Seltenheit. Bereits 16 Mal war bei einer Doppelabfahrt eine Läuferin zwei Mal erfolgreich. Kostner ist in Lake Louise bereits die vierte gewesen, der dieses Kunststück gelungen ist. Doch gaben vor allem Dorfmeister und Götschl eine Kampfansage ab - ohne Fehler fahren sie um den Sieg mit. Erste Gelegenheit zur Revanche gab es schon im Super G am Samstag.
"Durch den Neuschnee sind Mulden entstanden, die immer zugeschüttet wurden. Da habe ich nicht gemeint, dass es so schlimm ist. Aber dann hat es mir den Ski verschlagen und ich war im Neuschnee, das hat gebremst", erklärte Michaela Dorfmeister ihr Missgeschick. Doch die 28-Jährige kann trotzdem zufrieden sein, noch nie war sie bei einer Doppelabfahrt zwei Mal am Podest gestanden - noch dazu im ungeliebten Lake Louise.
"Dabei war ich hier schon einige Male ganz gut, wie man mir mitgeteilt hat. Aber das hatte ich anscheinend vergessen, mir waren mehr die negativen Ergebnisse in Erinnerung. Aber mit diesen beiden Platzierungen wird mir der Ort langsam wirklich sympathisch", sagt Dorfmeister. Die Weltcup-Führung hat sie erfolgreich verteidigt, aber damit beschäftigt sich die Abfahrts-Weltmeisterin nicht: "Wie es kommt, so kommt's, ich will daran gar nicht denken."
Fuchsteufelswild war Renate Götschl. "So ein saublöder Fehler!", schimpfte sie mit sich selbst. "Ein kleiner Trost ist nur, dass ich gesehen habe, dass ich schnell bin, dass ich ausgezeichnetes Material habe", sagte die Steirerin. Leicht aufatmen konnte auch Alexandra Meissnitzer, obwohl sie in Lake Louise ohne Weltcup-Punkte blieb. "Ich merke langsam, dass es wieder kommt. Ich war diesmal oben schon gut dabei, auch wenn ich keine Ahnung habe, wo ich unten die Zeit verloren habe. Aber es gibt ein bisschen Selbstvertrauen, dass etwas weitergegangen ist."
Am Samstag ging es nach dem Super G im Eiltempo zum Flughafen. "Eigentlich sollten wir ja beim Abschwingen schon fast im Flieger sitzen", scherzt Dorfmeister, der die Absagen der Rennen in Val d'Isere aber gar nicht so ungelegen kommen. Da kann man nach der langen Zeit in Übersee einmal kurz neue Kraft tanken. "Ich werde mich zu Hause so richtig verwöhnen lassen und auch den Christkindlmarkt besuchen. Und außerdem: Es ist schon lange her, dass wir am Krampustag zu Hause waren", sagt die Weltcup-Führende.
Dass Olympia seine Schatten voraus wirft, merkten Dorfmeister und Co aber auch auf anderer Ebene. Im mondänen Chateau klopften die Dopingkontrolleure des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an die Türe. 15 Läuferinnen waren ausgelost worden, darunter - Zufall oder nicht - nicht weniger als sieben Österreicherinnen. Dorfmeister, Götschl, Meissnitzer, Obermoser und Co wurden zur Kontrolle gebeten, einzig Karin Köllerer suchte man vergebens, die Slalomspezialistin war ja gar nicht in Lake Louise.
| Ergebnis der zweiten Damen-Abfahrt in Lake Louise |
| 1. | Isolde Kostner | ITA | 1:38,13 | |
| 2. | Sylviane Berthod | SUI | 1:38,19 | +0,06 |
| 3. | Michaela Dorfmeister | AUT | 1:38,35 | +0,22 |
| 4. | Melanie Turgeon | CAN | 1:38,36 | +0,23 |
| 5. | Picabo Street | USA | 1:38,46 | +0,33 |
| 6. | Corinne Rey-Bellet | SUI | 1:38,50 | +0,37 |
| 7. | Hilde Gerg | GER | 1:38,58 | +0,45 |
| 8. | Kirsten Clark | USA | 1:38,63 | +0,50 |
| 9. | Melanie Suchet | FRA | 1:38,75 | +0,62 |
| 10. | Renate Götschl | AUT | 1:38,80 | +0,67 |
| 11. | Tanja Schneider | AUT | 1:38,86 | +0,73 |
| 12. | Anne Marie Lefrancois | CAN | 1:39,13 | +1,00 |
| 13. | Selina Heregger | AUT | 1:39,15 | +1,02 |
| 14. | Pernilla Wiberg | SWE | 1:39,17 | +1,04 |
| 15. | Sibylle Brauner | GER | 1:39,20 | +1,07 |
weiter:
| 17. | Brigitte Obermoser | AUT | 1:39,33 | +1,20 |
| 18. | Astrid Vierthaler | AUT | 1:39,35 | +1,22 |
| 25. | Ingrid Rumpfhuber | AUT | 1:39,59 | +1,46 |
out u.a.: Regina Häusl (GER), Ella Alpiger (SUI), Katja Wirth (AUT)
Grand Prix von Monaco18:01
Sechster trotz BestzeitSchumi Schnellster in Monaco. Wegen Rückstufung dennoch Webber in der Pole.
Fußball Nationalteam18:03
Der ÖFB-TrainingsalltagEin "24-Stunden-Job" für Teamchef Marcel Koller. Klein schießt Zuschauer k.o.
