Russland übermächtiger Gruppengegner

Im Advent, der stillsten Zeit des Jahres, steht für die Handballerinnen viel auf dem Spiel. Vom Dienstag bis 16. Dezember ermitteln in Trentino-Südtirol die Besten der Besten ihren Weltmeister. Das insgesamt 15. WM-Turnier wird zum dritten Mal von 24 Ländern bestritten, wobei die Entscheidung über den Titel erst im 80. Spiel fällt. Als erste Medaillenanwärter gelten Titelverteidiger Norwegen, Europameister Ungarn und Olympiasieger Dänemark. Das Ziel der ÖHB-Damen: Viertelfinale.
Seit Sydney ist das Niveau der Weltspitze etwas gesunken, viele Mannschaften haben schon Olympia 2004 im Visier und daher ihre Planungen bereits auf Athen ausgerichtet. "Für mich haben acht Länder Chancen, ins Finale zu kommen", sagt ÖHB-Teamchef Ole Eliasen, der glaubt, dass er mit seiner Truppe gute Figur machen könnte. Bei optimalen Verlauf haben Fridrikas und Co das Erreichen des Viertelfinales im Visier.
Erster Gegner Südkorea
Der ebenso beschwerliche wie weite Weg dorthin beginnt für die ÖHB-Auswahl, die in Sydney Olympia-Fünfte war, aber nach dem Umbau im Vorjahr über den zwölften und letzten EM-Platz nicht hinaus gekommen war, am Dienstag (Beginn 18.30 Uhr) in Brixen. Erster Gegner in der Vorrunden-Gruppe C ist Südkorea, 1995 in Österreich Weltmeister sowie 1988 und 1992 Olympiasieger.
Harter Brocken
"Die Asiatinnen waren für uns schon immer ein harter Brocken, weil sie unberechenbar und daher schwierig zu spielen sind. Ihre offensiv-aggressive Verteidigung bereitet uns Probleme, doch wir sind vorbereitet", meint ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner. Das bisher letzte Treffen hat Österreich 1997 in einem Turnier in Schanghai 30:33 verloren. Die Südkoreanerinnen stellen heuer ein sehr junges Team, das sich schon jetzt ganz auf Olympia konzentriert und heuer alle Europa-Tourneen abgesagt hat.
Dritter Gruppenplatz angepeilt
Eliasen und Hausleitner rechnen damit, dass Südkorea, Jugoslawien und Österreich die Plätze zwei bis vier hinter Gruppenfavorit Russland ausspielen werden. In den Spielen gegen Grönland und Japan müssen zwei Pflichtsiege eingefahren werden, womit man als Gruppen-Vierter ins Achtelfinale einziehen würde. "Wir sollten aber einen dritten Erfolg landen, um in der Runde der letzten 16 Titelverteidiger Norwegen aus dem Weg zu gehen", hofft Eliasen, der natürlich Slowenien im ersten K.O.-Spiel lieber hätte.
Gute Stimmung im Team
Und gegen den Nachbarn wäre dann die Chance auf die "Endstation Sehnsucht" mit Namen Viertelfinale um einiges größer. Eliasen setzt vor allem auf die große Begeisterung, die in seiner aus Routine und Jugend geformten Truppe Einzug gehalten hat. "Was mit Begeisterung möglich ist, haben im Fußball meine Landsleute 1992 mit dem EM-Titel gezeigt", sagt der Däne. Fridrikas spricht von einer Stimmung, die noch nie so gut war. "Der Drill, die Strenge und die Kritik sind jetzt weg", sagt die Norwegen-Legionärin.
