Samstag, 1. Dezember 2001

Beinahe irreguläre Bedingungen in Lillehammer

Die österreichischen Kombinierer erwiesen sich am Samstag im Springen von der kleinen Schanze in Lillehammer als nervenstark und winterfest. Bei nahezu irregulären Bedingungen zeigten Felix Gottwald und Co solide Leistungen und schufen sich gute Ausgangspositionen für den 15-km-Langlauf in Beitostölen am Sonntag (14:15 Uhr).

Den Sieg im Springen holte sich der US-Amerikaner Todd Lodwick, der mit 25 Sekunden Vorsprung auf den Finnen Jaakko Tallus in die Loipe geht. Dahinter kommt Gottwald (1:33), Wilhelm Denifl (+ 2:28), Mario Stecher, Michael Gruber (jeweils 2:33) und Christoph Bieler (2:43) belegten die Plätze sieben bis zehn, Christoph Eugen wurde 12. (+ 2:53).

"Die Burschen haben sich heute wirklich ausgezeichnet motiviert", sagte Cheftrainer Günther Chromecek zufrieden. Denn die Bedingungen in Lillehammer waren alles andere als einfach, starker Schneefall und Windböen sorgten für Verhältnisse nahe der Irregularität. Opfer waren u.a. der Weltcup-Führende Ronny Ackermann, der nur 15. im Springen wurde und der starke Läufer Kristian Hammer, der gar mit über vier Minuten Rückstand in die Loipe geht. Ackermann war zudem im Training am Vormittag gestürzt und hatte sich u.a. eine Lungenquetschung zugezogen.

"Aber es war nicht unsere Entscheidung, zu springen, sondern die der Jury. Und dann muss man eben das Beste daraus machen, egal wie die Bedingungen sind. Und das haben wir heute getan", sagte Chromechek. Favorit ist für ihn im Langlaufen Lodwick. "Im Normalfall lässt er sich diesen Vorsprung nicht nehmen, aber wer weiß, was passiert. Es kommt auch auf die Bedingungen an, wenn es viel Neuschnee gibt, ist es als Erster nicht so einfach."

Gottwald will auf jeden Fall alles versuchen. "Ich kann natürlich nichts versprechen, aber ich werde schauen, was geht. Trödeln darf Lodwick auf jeden Fall nicht, sonst bin ich da." Mit seiner Sprungleistung war der Zeller zufrieden. "Auch wenn es noch immer nicht so selbstverständlich ist wie im Vorjahr, aber es geht besser. Und als Dritter bin ich auch noch nicht so oft ins Laufen gegangen."

Auf die Kombinierer wartete am Samstag aber noch eine "Horror-Reise" ins 140 km entfernte Beitostölen. "Wir haben für die Mannschaft dort ein Zimmer gemietet, damit wir nicht am Sonntag fahren müssen. Allerdings ist die Straße gesperrt, deswegen müssen wir einen großen Umweg machen, rund vier Stunden Fahrt müssen wir rechnen", erklärte Chromecek. Doch die Stimmung nach dem Springen war in der Mannschaft ausgezeichnet, Top-Ten-Plätze winken für viele. "Christoph Eugen ist als Zwölfter der beste Läufer der anderen, vielleicht kann er sie mitziehen", hofft Gottwald.

1.12.2001 13:59