Dienstag, 27. November 2001

Insgesamt 15 EM-Limits erbracht

Die österreichischen Top-Schwimmer haben weiter Oberwasser. Das 28. Turnier der Nationen in der Wiener Stadthalle bescherte dem einstigen Entwicklungsland in dieser Sportart acht mögliche Teilnehmer bei der Kurzbahn-EM in Antwerpen von Donnerstag bis Sonntag nächster Woche. Sechs oder sieben VÖS-Athleten werden in Belgien dabei sein. Dabei verzichteten die "Amerikaner" Markus Rogan, Michael Windisch und Elvira Fischer auf einen Wien-Start und damit auf die EM. Zudem drängt der Nachwuchs kräftig nach.

Der Aufwärtstrend nach den historischen WM-Leistungen in Fukuoka hält also an. "Mittlerweile können wir es uns schon leisten, dass bei der EM einige Leute zu Hause zu bleiben, um sich konzentriert auf die WM im April in Moskau vorzubereiten", ist VÖS-Präsident Othmar Brix begeistert. "Und trotzdem haben wir bei der EM nicht nur viele Teilnehmer, sondern können auch vorne mitmischen." Der Politiker macht für diese Entwicklung die gute Arbeit der Vereine und Trainer sowie Limit-Zeiten im Bereich der Europa-Klasse verantwortlich.

EM soll nach Wien geholt werden
Indes spekuliert Brix auch öffentlich mit EM-Medaillen. "Früher wär' das unrealistisch gewesen. Jetzt erwart' ich aber auch nicht zu viel, freu' mich über jede Einzelne." Als weiterer Impuls soll im Dezember 2003, 2004 oder 2005 die Kurzbahn-EM in die Wr. Stadthalle geholt werden. Es soll dann nicht in der Breite, sondern auf der halben Länge des 50-m-Beckens geschwommen werden. In Antwerpen erfolgt die Bewerbung. "Wir hätten die EM lieber 2003 oder 2005. 2004 ist wegen Olympia ein Übergangsjahr", so VÖS-"General" Thomas Gangel.

Medaillenanwärterin Lischka
Für die Aktiven stehen freilich vorerst die in Antwerpen vergebenen Medaillen im Vordergrund. So ist Vera Lischka nach ihren 31,16 über 50 m Brust eine echte Kandidatin auf Edelmetall, die 24-Jährige will die Erwartungen aber nicht zu hoch ansetzen. "Man darf mich jetzt nicht an diesem Lauf messen. Ich hab' zwar die Wende verpatzt, aber dennoch wird es schwierig, nochmals an diese Zeit heran zu kommen."

Brust-starke Österreicher
Auf den Brust-Strecken wird von den Österreichern in Belgien nun schon traditionell am meisten zu erwarten sein. Mirna Jukic legt sich die Latte besonders hoch: "Ich will überall österreichische Rekorde schwimmen und über 100 und 200 m Brust ins Finale." Zudem wird die 15-Jährige über 50 m Brust sowie 200 m Lagen starten.

Ob Brust-Spezialist Maxim Podoprigora in Antwerpen dabei ist, entscheidet er spätestens nach den Mannschafts-Meisterschaften am Wochenende in Wels. Trotz erst überstandener Erkältung feierte er in Wien zwei Siege, fühlt sich aber noch nicht in Topform. Für Patrick Schmollinger ist es nach Verpassen der WM wegen einer Virusinfektion und trotz nur dreiwöchigen schmerzfreien Trainings eine besondere Genugtuung, in Antwerpen dabei zu sein. Sein Zwillingsbruder Daniel beeindruckte mit neuem nationalen Rekord über 50 m Brust.

Lischka will ins Finale
Von Fabienne Nadarajah und Thomas Narnhofer wird man in Antwerpen zwar keine Medaillen, aber eine Bestätigung ihrer Limit-Zeiten erwarten dürfen. Sprint-Spezialistin Judith Draxler will es bei ihrem bereits 22. Großereignis hingegen noch einmal wissen: "Ich will Rekorde schwimmen und in die Finali kommen. Über 50 m Kraul wird's aber schwierig, da sind die Europäerinnen besonders stark." Ziel der Steirerin ist es, Rang fünf vom Vorjahr in Valencia zumindest einzustellen.

VÖS-Starter bei Kurzbahn-EM Antwerpen (13.-16.12.):
Vera Lischka (ASV Linz), Mirna Jukic (Austria Wien), Judith Draxler (TUS Feldbach), Fabienne Nadarajah (SVS), Patrick Schmollinger (SVS), Thomas Narnhofer (ATUS Graz), Maxim Podoprigora (ASV Wien/Start noch nicht fix); Verzichtet: Petra Zahrl (Donau Wien).

27.11.2001 10:59