Sonntag, 2. Dezember 2001

Scheibner stellte Antrag auf Privatfernsehfrequenz

Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, haben führende Mitarbeiter des ORF das Verteidigungsministerium bei der Erstellung eines Konzepts für einen Privatfernsehsender beraten. Verteidigungsminister Herbert Scheibner hat für sein Ministerium am 7. November bei der Kommunikationsbehörde Austria einen Antrag um Zuweisung einer Privatfernsehfrequenz gestellt.

In dem FORMAT vorliegenden Dokument werden die Pläne des Ministeriums exakt aufgelistet. In der Beilage 3 ist zu nachzulesen, daß Scheibner auf tatkräftige Hilfe von leitenden ORF-Angestellten zurückgreifen konnte. So habe einer der engsten Mitarbeiter von General Gerhard Weis, der technische ORF-Direkter Peter Moosmann sowie "Zib"-Chef vom Dienst, Walter Seledec den FPÖ-Politiker mit Ratschlägen versorgt. Das Original-Zitat: "Dem Bundesministerium hat zum gegenständlichen Projket eine Arbeitsgruppe (bestehend aus Walter Seledec, Peter Moosmann, Peter Fichtenbauer und Heribert Trenker) eine Studie erstellt, die unter anderem im zweiten Abschnitt technische Machbarkeiten und finanzielle Aufwendungen behandelt." Der ORF dementiert den Sachverhalt: "Nach Angaben des Technischen Direktors Peter Moosmann war dieser nicht Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich mit einem derartigen Projekt beschäftigt hat, und hat auch an keiner diesbezüglichen Studie mitgearbeitet."

FORMAT liegt der Scheibner-Antrag im Original vor. Bei Scheibners Privat-TV-Plänen handelt es sich nicht nur um einen Militärsender, der in Notfällen über Einsätze des Bundesheeres berichtet. Scheibner möchte auch "täglich moderierte Informations- und Nachrichtensendungen", "einschlägige Diskussionen, Talk-Shows und Interviews", sowie ein "Unterhaltungsprogramm" senden.

Den ausführlichen Bericht über die Fernsehpläne des Verteidigunsministers lesen Sie in neuen FORMAT!

2.12.2001 08:44