Studie über Autoritarismus

Mehr als die Hälfte der Österreicher "tut, was verlangt wird", gibt also dem Einflussfaktor Autoritarismus nach. Das ist das Ergebnis der Studie "Autoritarismus als notwendige Bedingung für Fremdenfeindlichkeit in Österreich", die Autor Günther Rathner, Innsbrucker Universitätsprofessor, am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt hat.
"You have to do what your leader says." Mit diesem Zitat eines "unterwürfigen" US-Studenten leitet Rathner seine Studie ein. Die wichtigsten Ergebnisse daraus hatte er bereits am 9. November anlässlich des Jahrestags der so genannten "Reichskristallnacht" in einer Aussendung präsentiert.
Die Studie stellt den Österreichern kein gutes Zeugnis aus: Fast die Hälfte der Bevölkerung zwischen 15 und 75 Jahren ist klar fremdenfeindlich. Zählt man die Neutralen (26 Prozent) zu den nicht Fremdenfeindlichen, ergibt sich eine "in der Mitte gespaltene Gesellschaft", wie Rathner heute erläuterte. Dezidiert fremdenfreundlich sind 26 Prozent, elf Prozent davon sehr. Hingegen hätten 2.000 persönliche Interviews bei 22 Prozent eine hohe und bei 26 Prozent sogar eine sehr hohe Ausländerablehnung ergeben.
Die Analyse der Ursachen für Fremdenfeindlichkeit ergab Autoritarismus ("tun, was verlangt wird") als wichtigsten Einflussfaktor. Dieser hat seinen Kern in Unterordnung, Aggression und Konventionalismus. Es folgen Antisemitismus, höheres Alter, subjektive Verunsicherung, die politische Einstufung "eher rechts als rechts", Pseudopatriotismus ("Österreich ist besser als die Bewohner anderer Länder"), Rechtsextremismus sowie geringere Schulbildung. Knapp die Hälfte der Österreicher ist der Studie zufolge nicht autoritär, ein knappes Drittel mäßig, ein Viertel sehr stark autoritär.
Wie Rathner bei der Pressekonferenz erläuterte, ist die 1998 durchgeführte Studie darauf angelegt, die allgemeinen Merkmale von Fremdenfeindlichkeit zu untersuchen. Einer der wichtigsten Ansatzpunkte für ein besseres Verhältnis zu Ausländern sieht er darin, die "Kultur des Schweigens" zu durchbrechen. Dazu sei es auch notwendig, widersprüchliche Haltungen öffentlich zu diskutieren.
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