Donnerstag, 29. November 2001

Trotz neuerlichen Eskalation der Gewalt

Trotz der neuerlichen Eskalation der Gewalt will der amerikanische Nahost-Vermittler Anthony Zinni seine Bemühungen fortsetzen. Er werde so lange in der Region bleiben wie zur Wiederaufnahme von israelisch-palästinensischen Gesprächen nötig, sagte der pensionierte US-General am Freitag in Jerusalem.

Am Vorabend waren bei einem Selbstmordanschlag in einem Bus in Nordisrael drei Israelis und der palästinensische Attentäter ums Leben gekommen.

Zinni sagte, die Anschläge richteten sich gegen seine Mission. Die Gewalt werde ihn aber nicht von seinen Bemühungen abbringen, eine Waffenruhe zu vermitteln und Friedensgespräche anzuregen, betonte er. Die Explosion in dem Bus ereignete sich auf einer Schnellstraße in der Nähe eines Militärstützpunktes. Zinni, Israels Premier Ariel Sharon und die palästinensische Führung verurteilten die Tat, zu der sich die Untergrundorganisation "Islamischer Heiliger Krieg" bekannte. Die israelische Armee hat am frühen Freitagmorgen in Hebron drei palästinensische Extremisten festgenommen.

Sharon machte den palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat direkt für die jüngsten Anschläge verantwortlich. Israel werde keine Gespräche aufnehmen, bis Arafat den Terror bekämpfe und Ruhe herrsche, sagte Sharon vor seinem Abflug in die USA. Arafats Kabinett verurteilte die Terroranschläge gegen Zivilisten auf beiden Seiten und versprach, gegen die Gewalt einzuschreiten.

Zinni erörterte am Donnerstagabend mit palästinensischen Unterhändlern in Ramallah einen Zeitplan für die Umsetzung einer Feuerpause. Sharon bekräftigte jedoch seine Forderung nach einer siebentägigen Ruhe, bevor weitere Schritte umgesetzt werden könnten. Zu Zinnis Gesprächspartnern gehörten die Chefs der palästinensischen Sicherheitskräfte im Gaza-Streifen und im Westjordanland, Mohammed Dahlan und Jibril Rajoub, sowie Parlamentspräsident Ahmed Korei und der Minister für Planung und internationale Zusammenarbeit, Nabil Shaath.

29.11.2001 20:41