Professor soll Ausländerkinder absondern

Aufregung herrscht derzeit an einem Linzer Gymnasium. Ein Professor soll Ausländerkinder im Turnunterricht absondern, herumschreien und Eltern mit Anwaltsklagen bedrohen. Diese klagten im Gegenzug den Professor. Fazit: Er wurde vorläufig suspendiert.
Eltern und Schüler wollten sich nichts mehr gefallen lassen und traten am Dienstag sogar in einen "Streik". Seit etwa 20 Jahren ist der Deutsch- und Turnprofessor an verschiedenen Schulen tätig. Seit dem heurigen Schulanfang unterrichtet er an dem Linzer Gymnasium. Dabei soll er im Turnunterricht die Schüler mit den Worten "Seid ihr stark?" begrüßen und Ausländerkinder absondern, erzählte Semper. Im Deutschunterricht weigere er sich, das vorgeschriebene Lehrbuch anzuwenden - die Kinder sollen sich jene Bücher kaufen, die er bestimme. Außerdem habe er sich mit den Schülern in der Klasse eingesperrt, damit niemand anderer das Klassenzimmer mehr betreten könne.
Um sieben Uhr früh rufe er bei den Kindern zuhause an, um ihnen irgendwas mitzuteilen. Zudem schreie er im Unterricht herum und lege generell "Wert auf Disziplin", so Semper. Als sich Eltern der ersten Klasse weigerten, ihre Sprösslinge weiter zum Turnunterricht zu schicken, sei der Landesschulinspektor eingeschaltet worden, so Semper.
Als dieser in der Schule eintraf, sei der Lehrer in den Krankenstand gegangen. Schließlich sei er zur amtsärztlichen Untersuchung geschickt worden, mit dem Resultat, dass er wieder unterrichten müsse. Montagabend beschlossen die Eltern der vierten Klasse, ihre Kinder nicht mehr zum Deutschunterricht zu schicken, wenn der umstrittene Lehrer wieder komme.
Professor weist Vorwürfe zurück
"Es liegt nicht das Geringste gegen mich vor" - mit dieser Feststellung wies am Dienstagnachmittag der Professor des Linzer Gymnasiums die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.
Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien unwahr. Er habe nicht nur von zahlreichen Schülern und Eltern aus der Vergangenheit und auch aus der jüngsten Zeit positive Rückmeldungen - auch schriftlich - zu seiner Unterrichtstätigkeit, sondern der Direktor seiner früheren Schule habe ihm auch überdurchschnittliche Leistungen bescheinigt.
Landesschulratspräsident leitet Disziplinarverfahren ein
Der Präsident des oberösterreichischen Landesschulrates, Fritz Enzenhofer gab bekannt, dass er mit sofortiger Wirkung die vorläufige Suspendierung des Professors veranlasst habe. Außerdem werde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen alle gegen den Pädagogen erhoben Vorwürfe untersucht werden. "Ich musste in dieser Situation handeln und sicherstellen, dass an der Schule der Unterricht ruhig und geordnet weitergehen kann", sagte Enzenhofer.
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