Insasse erlitt Stich- und Schnittwunden

Mordversuch im Häf´n! Ein Insasse der Justizanstalt Krems-Stein ist am 26. Februar dieses Jahres tätlich auf einen anderen Häftling losgegangen. Mit einem zugeschliffenen Beil soll ein 37-jährige seinem Opfer mehrere Stich- und Schnittwunden im Bereich des Kopfes und Bauches zugefügt haben. Heute muss sich der jugoslawische Staatsbürger wegen versuchten Mordes am Landesgericht Krems verantworten.
Der Angeklagte war bereits wegen des selben Deliktes zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im August 2003 hätte er seine Strafe abgesessen. Das Opfer wurde bei der Attacke laut Gerichtspräsident Hans Pollak nicht lebensgefährlich verletzt.
Den Vorsitz des für einen Tag anberaumten Geschworenensenats führt Richter Gerhard Wittmann. Verteidiger ist der Kremser Rechtsanwalt Josef Cudlin. Neben der Befragung des Angeklagten wird ein Gutachten zu den Verletzungen vorgestellt. Außerdem sind drei bis vier Zeugen geladen, darunter das Opfer und ein Justizwachebeamter. Warum das Opfer in Haft war, wollte Pollak vor Beginn der Verhandlung nicht bekannt geben.
Die Justizanstalt Krems-Stein stand im Juli dieses Jahres im Kreuzfeuer der Kritik, nachdem sich innerhalb kurzer Zeit fünf Todesfälle, darunter drei Selbstmorde, ereignet hatten. Die Wiener Stadtzeitung "Falter" erhob in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gegen die Anstalt und berichtete von "skandalösen Zuständen": So würden Häftlinge in einer "Saunakammer" nackt bei großer Hitze eingesperrt, und trotz Verbotes würde ein so genanntes Gurtenbett verwendet.
Justizminister Dieter Böhmdorfer (F) setzte kurz darauf eine unabhängige Expertenkommission ein. In dem über hundertseitigen Bericht, der im Oktober fertig gestellt wurde, hieß es nach damaligen Angaben des ORF, dass es in der Justizanstalt keine Hinweise auf eine "Saunakammer" oder auf ein Gurtenbett gebe. Hingegen seien andere Unzulänglichkeiten im Justizalltag ans Tageslicht gekommen. Der Strafvollzug in Österreich gehöre demnach teilweise reformiert. Mehr Beamte im Vollzug und mehr Sonderanstalten für abnorme Rechtsbrecher wären notwendig. Konkret seien insgesamt 25 Verbesserungsvorschläge genannt worden.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
