6-fache Menge des Verbrauchs könnte genutzt werden

Eine neue Studie rät zu besserem Trinkwassermanagment: Österreich könnte mit seinen Wasserreserven in einem Normaljahr bis zu 6 Mal mehr Wasser exportieren als in ganz Österreich an Trinkwasser konsumiert wird. Natur und Wirtschaft würden dabei nicht zu Schaden kommen.
Dies ist das Ergebnis einer am Montag vorgestellten Studie der Grazer Joanneum Research. Die "Wasserschlösser", in denen zusätzliches Quellwasserpotenzial vorhanden ist, sind regional sehr unterschiedlich verteilt: Während es im Einzugsgebiet etwa der Wiener Hochquellenwasserleitung kaum zusätzlich nutzbares Wasser gibt, schlummern in anderen Regionen der Steiermark, aber auch Tirols und Kärntens große Mengen an "weißem Gold".
750 Mio. Kubikmeter Wasser werdenim Land verteilt
Die Studie, die im Auftrag des Ministeriums für Land- und Frostwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) erarbeitet worden ist, stellt fest, dass in Normaljahren rund 4 Mrd. Kubikmeter Wasser aus den alpinen Gebieten über den Verbrauch hinaus für "anderweitige Nutzungen" zur Verfügung stehen. Derzeit gelangen in Österreich rund 750 Mill. Kubikmeter pro Jahr über die Leitungen zur Verteilung. Von der Studie, die vom Grazer Universitätsprofessor Hans Zojer geleitet wurde, sind lediglich die alpinen Bereiche erfasst, die Wasserpotenziale der böhmischen Masse (Niederösterreich, Oberösterreich) und des Ausläufers der pannonischen Tiefebene (Burgenland) wurden nicht erfasst.
Die Arbeit sei auf die einzelnen alpinen Gebirgsmassive konzentriert und erhebe "keinen Anspruch auf eine lokale Verwertbarkeit", betonte Zojer in Wien bei der Präsentation. Auch die Frage, ob und auf welche Weise das bezifferte Wasserpotenzial tatsächlich nutzbar zu machen sei, könne auf Basis der vorgelegten Studie nicht beantwortet werden.
Selbst bei Trockenheit "zu viel" Wasser
Selbst in "extremen Trockenjahren" - so das Ergebnis - würden im Bundesgebiet rund 650 Mill. Kubikmeter pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen, die ohne Schaden entnommen werden könnten. Dies entspricht größenordnungsmäßig einem heutigen österreichischen Jahresbedarf an Leitungswasser.
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