Montag, 26. November 2001

Israelischer General entgeht Anschlag

Bei einem Anschlag eines palästinensischen Selbstmordattentäters sind am Morgen am Kontrollpunkt Erez im Norden des Gazastreifens zwei israelische Polizisten verletzt worden. Der Palästinenser sprengte sich selbst in die Luft. Die Polizisten seien mit schweren Beinverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Am Wochenende hatte die radikale palästinensische Organisation Hamas Rache für die Tötung eines ihrer Führungsmitglieder durch Israels Armee geschworen und mit neuen Selbstmordattentaten gedroht. Die Hamas hat sich in der Vergangenheit zu mehreren Attentaten bekannt und ist eine Gegnerin des Nahost-Friedensprozesses. Seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes sind mindestens 721 Palästinenser und 189 Israelis ums Leben gekommen.

Palästinanser feuern Granaten auf jüdische Siedlungen
Wie die Zeitung weiter berichtete, wurden am Sonntagabend mehr als 15 Granaten von Palästinensern auf jüdische Siedlungen und israelische Militärposten im Gazastreifen abgeschossen. Verletzte habe es nicht gegeben. Die israelische Armee war in der Nacht erneut mit Panzern und Bulldozern auf von Palästinensern kontrolliertes Gebiet vorgestossen. Wie palästinensische Sicherheitskreise mitteilten, rückten mehrere Panzer, Bulldozer und Mannschaftswagen im Norden des Gazastreifens ein.

Israelischer General entkommt Anschlag
Der israelische Stabschef General Schaul Mofas ist am Sonntag im Westjordanland einem Bombenanschlag entkommen. Wie das israelische Fernsehen am Abend berichtete, explodierten in der Gegend von Hebron zwei Sprengladungen in der Nähe der Wagenkolonne, in der der General mit seiner Begleitung unterwegs war. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt.

Mofas habe sich zunächst in einen nahe gelegenen Militärstützpunkt begeben und sei von dort per Hubschrauber nach Tel Aviv geflogen. Es habe zuvor keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag gegen den Stabschef gegeben, berichtete das Fernsehen unter Berufung auf israelische Militärkreise weiter.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt beginnen die USA am Montag einen neuen Vermittlungsversuch im Nahen Osten. Dazu werden die US-Diplomaten William Burns und Anthony Zinni zunächst mit der israelischen Regierung zusammen kommen. Nach Presseberichten sollen sie auf Wunsch von US-Außenminister Colin Powell solange in der Region bleiben, bis Israelis und Palästinenser einer Waffenruhe zugestimmt haben.

26.11.2001 08:15