Samstag, 24. November 2001

"Keine Kindesweglegung" geplant

Der Eigentümer des traditionsreichen K.u.K. Hofzuckerbäckerei Demel, die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), hat laufende Gespräche über eine bevorstehende "strategische Lösung" für die Konditorei bestätigt. "Es gibt noch keinen Vertragsabschluss, aber es gibt Gespräche", sagte Erwin Hameseder, Chef der Beteiligungsholding der RLB NÖ-Wien.

Eine Beteiligung des börsenotierten Wiener Catering-Unternehmen Do & Co sei eine Option, bestätigte Hameseder einen entsprechenden Bericht des Wochenmagazins FORMAT.

Ein vollständiger Verkauf der seit Jahren in Finanzproblemen befindlichen Zuckerbäckerei sei nicht geplant. "Wir betreiben keine Kindesweglegung", unterstrich Hameseder. Denkbar seien aber Formen wie ein Geschäftsbesorgermodell. Die RLB NÖ-Wien werde mit Demel "sicherlich direkt oder indirekt verbunden bleiben", sagte Hameseder.

Zum Wert der Transaktion, die schon "in naher Zukunft" erfolgen könnte, wollte Hameseder ebenso wenig Angaben machen wie zum Unternehmenswert von Demel. Es gehe um eine Weiterentwicklung der Traditionsmarke, die ihre Identität behalten solle. Auch sollten Arbeitsplätze gesichert werden. Deshalb sei eine "österreichische Lösung" präferiert worden. Es habe "eine Handvoll" Interessenten um Demel gegeben, darunter auch ausländische Unternehmen.

Dogudan: "Keine Demel-Überraschung am Donnerstag"
Auch der Chef des börsenotierten Catering-Unternehmens Do & Co, Attila Dogudan, hat am Montag Gespräche über eine Beteiligung an der Wiener Traditionskonditorei K.u.K. Hofzuckerbäcker Ch. Demel's Söhne GmbH bestätigt. Noch sei "das Ei aber nicht gelegt". Am Donnerstag dieser Woche werde es bei einer seit längerem angesetzten Pressekonferenz daher "nur Do & Co-Zahlen, aber keine Demel-Überraschung" geben.

24.11.2001 15:55