Samstag, 24. November 2001

Weltkonjunktur angeschlagen

Wegen der flauen Konjunktur bangen viele Handelsunternehmen um ihr Weihnachtsgeschäft. Doch die Vorzeichen sind günstiger, als sie denken. FORMAT berichtet:

Von der Wiener Mariahilfer Straße bis zum Einkaufszentrum Messepark Dornbirn bangen derzeit Händler um das wichtige Weihnachtsgeschäft. In den letzten Jahren steigerte es sich deutlich, zuletzt um vier Prozent auf insgesamt 19,7 Milliarden Schilling Umsatz. Doch heuer gibt es Grund zum Zittern: Nach dem Terror in den USA ist die Weltkonjunktur angeschlagen, nach Einsparungsplänen in Großkonzernen wie den Austrian Airlines oder RHI geht die Jobangst um, und Karl-Heinz Grasser kassiert bei den Konsumenten auch noch kräftig für sein Nulldefizit ab.

Das, so wird befürchtet, könnte zu Sparsamkeit bei Weihnachtsgeschenken führen. Trotzdem dürfte laut den heimischen Handelsexperten – mit etwas Glück – auch heuer noch eine leichte Steigerung drin sein. „Mister Kärntner Straße“ Rainer Trefelik, Chef des Kaufleuteverbandes der Innenstadtshoppingmeile, vermittelt eine weitverbreitete Stimmung: „Starke Zuwächse sind kaum möglich, aber auch ein Erreichen des starken Vorjahresniveaus wäre ein Erfolg.“

Richard Lugner vorsichtig optimistisch
Entsprechend vorsichtig bis leicht optimistisch fallen auch die Prognosen der großen Player im Weihnachtsgeschäft aus. Richard Lugner, Eigentümer des Einkaufszentrums Lugner City, liegt in den letzten sechs Wochen wie viele andere nach dem New-York- Schock (und dem sonnigen Oktober) sieben Prozent hinter dem Vorjahr. Lugner: Ich hoffe, daß sich ein Kaufstau aufgebaut hat, der jetzt die Umsätze bringt. Wenn wir im Dezember mit plus-minus Null im Vergleich zum Vorjahr abschneiden, ist das ein Erfolg.“

Francis Lustig, Chef des Elektroriesen Cosmos/Köck, schlägt in dieselbe Kerbe. Er hat auch noch das Problem, daß mit 1. Jänner die zweijährige Gewährleistungsfrist für Elektrogeräte beginnt und die Arbeiterkammer von einem Kauf vor diesem Datum abgeraten hat. Lustig bietet seinen Konsumenten, hart attackiert von der Konkurrenz, deshalb eine Zweijahresgarantie ab sofort an. Am zuversichtlichsten ist Palmers-Boß Rudolf Humer, der gleich zwanzig Prozent seines Umsatzes vor Weihnachten macht. Humer: „Es wird in jedem Fall eine Steigerung geben.“

Die Kaufleute in der Mariahilfer Straße fürchten allerdings, daß dem Kaufrausch ein Kater im neuen Jahr folgt. Mariahilfer- Straße-Sprecher Franz Mosler: Spätestens im Jänner wird die Angst vor der lahmen Konjunktur und der Arbeitslosigkeit zu erheblichen Umsatzeinbrüchen führen.“

Lesen Sie die ganze Story in der aktuellen Ausgabe von FORMAT.

24.11.2001 14:52