Ziel der Italiener: Schwarze Zahlen in zwei Jahren

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia streicht in den nächsten zwei Jahren 3.400 Arbeitsplätze. Der Stellenabbau ist Teil eines auf 2 Jahre angelegten Sanierungsplans, dem der Aufsichtsrat am Donnerstag zustimmte. Die Gesellschaft, die sich zu 53 Prozent in Staatsbesitz befindet, war schon vor den Terroranschlägen vom 11. September angeschlagen.
Die Krise verschärfte sich nach den Anschlägen und einem schweren Flugzeugunglück auf dem Mailänder Flughafen im Oktober noch.
Stellenabbau deutlich höher als angekündigt
Die Gewerkschaften kündigten unterdessen für den 3. Dezember einen Streik und Demonstrationen an. Sie zeigten sich enttäuscht von Gesprächen mit der Regierung über die Sanierung der Fluggesellschaft. Der Sanierungsplan sei eine Bestrafung der Belegschaft, hieß es. Der geplante Stellenabbau fiel deutlich höher aus als erwartet. Alitalia mit derzeit 24.000 Angestellten hat schon im September die Streichung von 2.500 Jobs beschlossen. Die 900 darüber hinaus gehenden Stellen werden durch ein Vorruhestands-Programm abgebaut.
Für 2002 rechnet Alitalia mit einem Betriebsverlust von 350 Millionen Euro (4,8 Milliarden Schilling). Für 2003 wird ein Nettogewinn von 25 Millionen Euro angestrebt. Bereits Ende September wurde die Streichung von 34 Verlust bringenden Strecken und die Einziehung von 15 Maschinen beschlossen.
Einstieg privater Investoren?
Seit Wochen gibt es Gerüchte über den möglichen Einstieg privater Investoren. Italiens Minister für Europaangelegenheiten, Rocco Buttiglione, hatte am Mittwoch gesagt, ein privater Partner wäre "ein Segen". Ein Pfeil im Köcher der Sanierer bleibt immer noch die Konsolidierung über den Markt.
Seit Juli besteht eine Partnerschaft der Alitalia mit Air France und Delta Airlines. Gestern blieb die Alitalia-Aktie den ganzen Tag über vom Handel ausgesetzt, um Spekulationen über den Ausgang der Krisensitzung vorzubeugen.

