Finanzausgleich zw. Ausbildern & Nicht-Ausbildnern

Die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) hat die Schaffung eines Fonds gefordert, mit dem ein Finanzierungsausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben geschaffen werden kann. Damit wandeln sie WK-Chef Leitls Vorschlag von einer Abgeltung der Lehrlingsausbildung für Betriebe deutlich ab.
Für ein solches Modell gebe es in Vorarlberg bereits ein "glänzendes Beispiel", erklärt ÖGJ-Vorsitzender Albert Maringer am Freitag in einer Aussendung.
Leitl will Abgeltung der Berufsschulzeit für Betriebe
Leitl hatte am Donnerstag die Abgeltung der Berufsschulzeit für die ausbildenden Betriebe aus Mitteln der für 2003 erwarteten Senkung der Lohnnebenkosten vorgeschlagen. Das vorgeschlagene Modell würde rund 2 Mrd. S (145 Mill. Euro) kosten.
Die Gewerkschaftsjugend verstehe den Wunsch des Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Leitl nach einer Abgeltung der Berufsschulzeit für ausbildende Betriebe - dieser Wunsch sei allerdings am besten über einen solchen Ausgleichsfonds zu erfüllen. Dass mehr Förderungen nicht automatisch mehr Lehrlinge bedeuteten, hätten die vergangenen Jahre bewiesen: "Den Unternehmern wurden immer mehr und mehr Förderungen zugestanden, doch allein das Ziel von mehr Lehrstellen lässt noch immer auf sich warten", so Maringer.
Verzetnitsch unterstützt Gewerkschaftsjugend
Als "Schritt in die richtige Richtung" hat am Freitag ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch die Initiative von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl bezeichnet. Leitls Weg, dies über eine Senkung der Lohnnebenkosten zu erreichen, lehnt der ÖGB-Präsident aber ab: Damit würde ein weiterer Sozialabbau drohen. Stattdessen fordert Verzetnitsch die Schaffung eines Ausgleichsfonds zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben.

