Der besorgte Bürgermeister schlägt Alarm

Die komplette Schließung des Semperit-Werkes Traiskirchen befürchtet der örtliche Bürgermeister. Der Kommunalpolitiker bezieht sich bei seinem Alarmruf auf eine Meldung der "Neuen Reifen-Zeitung" aus Deutschland, wonach die Stillegung beschlossene Sache zu sein scheint. "Der Betrieb des Conti-Konzerns soll schrittweise bis 2003 geschlossen werden."
In einem Dringlichkeitsantrag soll sich am Nachmittag der Niederösterreichische Landtag mit dem drohenden Verlust von 1.500 Arbeitsplätzen beschäftigen und mögliche Rettungsstrategien diskutieren.
Vorstellbar ist eventuell eine Beteiligung des Landes bei einer Übernahme des Werkes durch Mitbewerber am weltweiten Reifenmarkt. Denkbar sind auch Beteiligungsmodelle im Rahmen eines Erwerbes des Unternehmens durch österreichische Interessenten. Die Politiker sind jedenfalls davon überzeugt, es sei entscheidend, dass sie sich nunmehr in die notwendige Interessentensuche bzw. die Sicherung der österreichischen Interessen umfassend einbinden.
Appell an die Regierung
Der "worst case" in Traiskirchen werde immer wahrscheinlicher, kommentierte der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, Josef Staudinger, Befürchtungen des Traiskirchner Bürgermeisters und Landesrates Fritz Knotzer. Staudinger erinnerte daran, dass er selbst bereits vor geraumer Zeit an die Regierung appelliert habe, sich des Falles Semperit anzunehmen. "Die Semperit steuert auf die seit langem befürchtete Schließung zu, aber es gibt noch immer keine Reaktion oder gar Hilfe von der Regierung", so Staudinger.
Der Traiskirchner Betrieb steht schon seit Jahren laufend auf der Abschussliste des deutschen Eigentümers. Bisher wurde er durch politische Interventionen stets in letzter Minute gerettet.

