Autozulieferer Eybl schließt Werke und spart Personal

Nach einem drastischen Gewinneinbruch im Vorjahr wird der im Textilbereich tätige Automobilzulieferer Eybl International heuer deutlich in die Verlustzone rutschen. Wie Vorstandschef Rudolf Pauli in einer Pressekonferenz ankündigte, wird das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) im Gesamtjahr 2001 mit 11 bis 12 Millionen Euro (165 Mill. S) tiefrot gefärbt sein.
Im vergangenen Jahr hatte das an der Nasdaq Europe notierte Unternehmen noch einen EGT-Gewinn von 4,2 Mill. Euro geschrieben. Pauli begründete die für heuer erwarteten großen Konzernverluste mit den US-Terroranschlägen vom 11. September, welche die bis dahin ohnehin angespannte Lage in der Automobilindustrie weiter verschärft hätten.
Werke schließen, Personal abbauen
Unter den Maßnahmen, mit denen der in Krems (Niederösterreich) beheimatete Autozulieferer seine Kosten senken will, befindet sich auch die Schließung von zwei der bisher 18 Produktionsstandorte. Die bisher zwei Standorte in der Slowakei werden zu einem zusammengelegt. Aus Tschechien zieht sich Eybl vollständig zurück. Eine Schließung des hoch defizitären brasilianischen Werks bei Sao Paulo wollte Pauli ebenfalls nicht ausschließen. Das brasilianische Werk hat in den ersten neun Monaten wegen des andauernden Wertverlusts des Real 3,9 Mill. Euro zu dem 5,5 Mill. Euro hohen Neunmonats-Verlust im Konzern (EGT) beigetragen.
Auch in Krems Arbeitsplätze verloren
Von den Personalmaßnahmen ist auch das Stammwerk in Krems getroffen. 50 Beschäftigte in der Produktion mussten bereits gekündigt werden, auch die Zahl der Angestellten muss reduziert werden. Insgesamt will der Konzern die Overhead-Kosten um 5 bis 7 Prozent senken, weitere mögliche Maßnahmen werden aus der Betriebs-Analyse von Arthur Andersen erwartet.
Gute Ergebnisse in Rumänien - 900 Jobs weg
Gute Nachrichten gibt es nur aus dem neuen rumänischen Werk: Dort haben die Maßnahmen, die nach massiven Qualitäts- und Produktionsproblemen gesetzt wurden, gegriffen. Die Qualität wurde gehoben, die Ausschussraten gesenkt.
Als Folge davon verlieren allerdings rund 900 Beschäftigte, die zusätzlich aufgenommen wurden, um Lieferengpässe zu beseitigen, bis Jahresende ihren Job. Nach 2.400 Personen zur Jahresmitte wird das Werk Ende 2001 nur mehr 1.500 Menschen Arbeit bieten.
Schwierigstes Jahr seit 20 Jahren
Bei dem laufenden Jahr handle es sich um "das schwierigste Jahr seit 20 Jahren", resümierte Pauli. Im dritten Quartal 2001 hätten gegenüber den Vorquartalen die Verluste bereits reduziert werden könne, "wir waren auf einem guten Weg, aber seit dem 11. September ist alles anders". Das Marktumfeld habe sich für die gesamte Autoindustrie geändert. Statt eines Aufschwungs Mitte 2002 werde nun allgemein erst mit einer Erholung ab dem Frühjahr 2003 gerechnet.

